Da hab‘ ich aber was angefangen….

Mein Sohnemann glaubte bislang ein Gourmet zu sein. Schön und gut, Mutti kocht was das Zeugs hält und freut sich, wenn’s schmeckt.

Dann lief im TV eine Serie „Hell’s Kitchen“. Gordon Ramsay brüllt sich durch’s Programm und treibt einige Chefkoch-Aspiranten in den gastronomischen Wahnsinn. Junior war amüsiert und zog sich über Ramsay alles an Koch-Videos rein, die er im Web fand. Und dann kam der Tag, als er diverse Ramsay-Rezepte ausdruckte und mir auf den Tisch legte: Entenbrust mit Stachelbeer-Sauce, Roastbeef mit Rotwein-Sauce usw. „Das sollten wir mal machen“, meinte er strahlendst.

„Wir?“  –  „Naja, also…jetzt nicht so direkt WIR…“

Oh doch, da kannte er mich aber schlecht! Mein Plan war, zuerst mit den Entenbrüstchen anzufangen, ihm möglichst viel Arbeit aufzuhalsen, dann würde seine Euphorie schnell verfliegen…

Meist kommt es bekanntlich anders. Richtig! Vallartinito arbeitete sich systematisch durch Ramsays Rezept. Selbst die Mengen-Umrechnung von cups in ml und gr des englischsprachigen Rezeptes waren kein Thema. Und die Tatsache, dass wir hier keine Stachelbeeren bekommen schreckte nicht, denn Stachelbeeren sind sauer, also brauchen wir eine andere saure Frucht, gut, wie nehmen arandanos (Moosbeeren), beschloss er.

Fazit: voller Erfolg! Und nun glaubt Vallartinito, dass er durchaus Chef-Qualitäten habe.

Als nächstes machte er sich an’s Roastbeef

Junior bereitet Roast Beef

Roast Beef al Junior

Wiederum voller Erfolg, saftig, kräftig im Geschmack und die Rotwein-Sauce war einfach genial.

Junior liebt auch Pasta. Also schleppte er kürzlich den Pasta-Aufsatz für die Küchenmaschine nach Hause:

Junior Chef

Im Moment arbeitet er übrigens an Beurre Café de Paris! 17 Zutaten zähle ich bisher, rund um die Spüle sieht es auuuussssss…….

(Wollt Ihr wirklich wissen, wer anschliessend die Küche sauber macht?)

 

Scharfes Mitbringsel: Salsa

Mexiko ist bekannt (bisweilen berüchtigt) für seine pikanten und scharfen Sossen. Dezent eingesetzt können sie aber so manches Gericht aufpeppen.

Salsa Huichol Salsa Huichol

Diese Würzsosse entstammt einem Rezept der Familie López aus dem Jahre 1935 und wurde im Laufe der Jahre zu einem  der Markenzeichen des Bundeslandes Nayarit, dem ursprünglichen Stammesgebiet der Huicholes. Roberto López startete seine Produktion mit ca. 3 Euro als Starkapital.  Anfangs mussten leere Corona-Bierflaschen als Behältnis herhalten. Schliesslich kaufte er noch ein Fahrrad – für die Auslieferung. Heute kommt die Sosse in praktischen Plastikfläschen.  Seine aus Kirschpaprika  (chile de cascabel), Salz, Gewürzen und Essig hergestellte Sosse ist ziemlich vielseitg einsetzbar: als Marinade für Grillfleisch, Gewürz für Guacamole, Würzmittel für Ceviche oder einfach nur als Dipp-Sosse.

Rezept von Salsa Huichol für ein spezielles Guacamole, passend als Beilage zu Grillgerichten:

Guacamole Grill à la Huichol:

Zutaten:

1 EL Salsa Huichol, 4 Avocados, halbiert, Kerne entfernt, ½ Tasse rote Zwiebeln gehackt, ½ Tasse Sauercreme light, 2 EL Limettensaft, 12 Cherry-Tomaten geviertelt, 2 EL gehacktes Koriandergrün, Salz, Knoblauch nach Geschmack, Schnittlauch oder Frühlingszwiebeln in Röllchen.

Die Avocadohälften auf dem leicht eingeölten Grill leicht anrösten, abkühlen lassen, aus den Schalen nehmen, in Würfel schneiden. Etwa ½ Tasse der Avocadowürfel in einer kleinen Schüssel mit den Zwiebeln, der Sauercreme und der Salsa Huichol mischen.   Zitronensaft, Salz und Knoblauch beimengen.

Die restlichen Avocadowürfel in eine Schale geben, die vorbereitete Avocado-Mischung mit dem Koriandergrün unterheben, mit Schnittlauch oder Frühlingszwiebelringen garnieren.

 

Salsa Valentina  Salsa Valentina

Ein echtes Talent für alle Arten von Obst und rohem Gemüse wie Melonen, Gurken, Jicama etc. aber auch verwendet zum Aufpeppen von gebratenen Kartoffeln und selbst Popcorn wird hier in Mexiko gerne mit Salsa Valentina „veredelt“, ganz zu Schweigen von der üblichen Michelada . Die Valentina stammt aus Guadalajara, Jalisco, wird  mit Chile de árbol und chile piquín (scharf!) sowie Essig und Salz hergestellt, schüttet man einfach über in Stifte geschnittene Gurken und Melonen und reicht das ganze als zum Knabbern,  als Vorspeise oder Partysnack.

 

 

 

 

Salsa Chontal

Eine Habanera-Sosse aus Tabasco  Salsa Chontaldie wirklich höllenscharf brennt:  Chiles habanero und amashito sind nicht für jedermann erträglich! Wird gerne als Würze für Geschmortes verwendet.

 

 

Salsa Chimay:

Hier gilt: je dunkler, desto weniger scharf!  Salsa Chimay

Die gelbe ist die schärfste, gleich gefolgt von der grünen Chimay. Die Chimay-Sossen kommen ebenfalls, wie könnte es anders sein aus Tabasco. Man träufle sie über Empanadas, Tacos, Quesadillas usw.

 

 

Salsa Bruja Und noch eine Sosse, die eigentlich keine Sosse ist:

Salsa Bruja (Hexensosse)

Sie ist eigentlich ein Würzessig. Diverse Chilesorten, Kräuter wie Thymian, Majoran und Lorbeer und natürlich Knoblauch  geben dem Essig den mexikanischen Touch z.B. für Meeresfrüchte-Salate.

 

 

Alle Sossen (und viele mehr) sind in jedem Supermarkt für wenig Geld erhältlich.

 

Fisch!

Mal so eine Frage zwischendurch:

Was ist Euer Lieblingsfisch und in welcher Zubereitung?

Es spielt hier keine Rolle ob Süsswasser- oder Meeresfisch. Genauso wenig, ob roh, gebraten, gekocht, als ceviche oder im Sushi, als Amuse-Bouche oder Hauptgericht. Alles geht, vom Aal über Hai und  Matjes bis Zander!

Also: welches Fischgericht war Euch persönlich unvergesslich? Und warum?

Bin mal neugierig  🙂

Ansonsten: Schönen Sonntag!

 

 

Frische Ernte: Macadamia Nüsse

oder: von der Mühsal, einen Nusskuchen zu backen.

Ein lieber Freund, Mike, schenkte mir vor Weihnachten ein Säckchen Macadamia-Nüsse. Frische Ernte aus der Sierra. Die Macadamia wachsen in einigen Gebieten Mexikos gut, z.B. rund um Puebla oder in der Gegend von Veracruz. Klar, dass ich also sofort leckere Gewürzschnitten, passend zur Weihnachtszeit, im Kopf hatte. Der Kuchen war absolut lecker! Aber! Um diese hartschaligen Kugeln zu knacken um an die Nuss zu kommen…. ich sag mal so: mit üblichen Nussknackern aussichtslos, also blieb nur der Hammer! Nach den ersten Klopfversuchen in der Küche hatte ich präzise zwei Möglichkeiten: 1. die Granitplatte zu zerdeppern und anschliessend die gesamte Küche von Nussschalen zu befreien oder 2. mich im Garten einzurichten und die kleinen Biester dort munter aufzuhämmern. I’m nuts!!!

Macadamia Nüsse aus Mexiko

Macadamia Nüsse aus Mexiko

Eine gute Menge Nüsse hatte ich schliesslich nach einer halben Stunde klopfen im Schälchen, die wurden angeröstet, teils gemahlen, teils nur grob zertrümmert und die gaben den Gewürzschnitten wirklich einen tollen Pfiff!

Nun wollte ich natürlich auch Mike nicht aussenvor lassen, er bekam auch ein Stück ab. Muss ihm wirklich sehr gut geschmeckt haben, denn was macht er? Schenkt mir nochmals einen ordentlichen Sack dieser präziösen Nüsse.

Wer hat ein leckeres Rezept für mich zur Verarbeitung von Macadamia-Nüssen? Muss nicht nur Backen sein – bin für alle Leckereien sehr aufgeschlossen!!!

 

 

Fajitas!

Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des mexikanischen Speiseplanes, kein Wunder, sie schmecken wirklich lecker in jeder Version. Fajitas sind keinesfalls Fastfood, selbst wenn sie schnell in der Zubereitung sind. Ob Rindfleisch, Hühnchen, Schweinefleisch oder Shrimps als Hauptprotein verwendet wird, die Gemüsebeigaben sind im wesentlichen gleich, werden aber nach Vorliebe der jeweiligen Familie etwas abgeändert.

Fajitas Zutaten

Normalerweise wird für Rindfleisch-Fajitas „arrachera“ (Kronfleisch) verwendet, wir haben sie aber kürzlich aus Filet gemacht. Eine gute Menge an roten Zwiebeln, Paprikaschoten in verschiedenen Farben, Knoblauch und natürlich Chili. Isabel, eine liebe Freundin der Familie, schnippelte und hackte und liess es kräftig in Gusspfannen bruzeln. Ihr Tipp übrigens zu den verwendeten Chilis: auf 1 kg Fleisch 3 grüne und 3 rote Jalapeña Chilischoten, alle komplett von Kernen und den inneren weissen Stegen befreit, ergibt den typischen Chiligeschmack aber ohne die brennende Schärfe, die man sogar beim Schneiden der kleinen Biester an den Fingern spürt. Wer keine Einweghandschuhe beim Chilischnippeln tragen will, dem rät sie, die Hand/Finger welche die Chilis beim Schneiden halten, vorher mit etwas Salatöl einzureiben. Es hilft. (Aber gleich danach die Hände gründlich waschen).

Auf 1 kg streifig geschnittenes Rindfleisch kommen ca.: 2 rote Zwiebeln, je 1 grosse rote, grüne und gelbe Paprikaschote, alles in Streifen geschnitten, Knoblauch nach Geschmack, Koriandergrün nach Geschmack, Salz und Pfeffer. Tequila.

Fajitas flambiert  Das Fleisch in einer sehr heissen Pfanne (am besten Gusspfanne oder Steakpfanne) schnell rundum anbraten, die Gemüsestreifen drauf, kurz durchschmoren, würzen. Guten (reposada) Tequila vorwärmen, anzünden und die Fajitas flambieren.

Die Tortillas, welche ja als „Verpackung“ für die Fajitas dienen, schmecken am besten, wenn sie kurz in einer heissen Pfanne (ohne Öl oder Fettzugabe) erwärmt werden.

Keine Fajitas ohne Salsa! Pico de Gallo gehört dazu. Sehr einfach gemacht, am besten schon wenige Stunden vorher zubereitet: Tomaten häuten, Kerngehäuse entfernt, in kleine Würfel schneiden, ebenso die gleiche Menge einer geschälten Salatgurke und einer Zwiebel,  reichlich frischen Limettensaft und gehacktes Koriandergrün dazu, mischen und ziehen lassen.

Koriandergrün ist für mich ein widersprüchliches Kraut: ich mag es sehr gerne im Pico de Gallo, auch salsa mexicana genannt. Ich hasse es allerdings, wenn es erwärmt wurde, der Geschmack ändert sich m.Ea. radikal von frisch würzig zu ranzig bis Dieseltreibstoff! Deshalb lasse ich Koriandergrün bei Fajitas weg.

Eine frische Guacamole dazu und diverse Würzsossen die jeder selbst nach Geschmack noch auf die Fajitas tröpfeln kann: Fertig! Buen provecho!

Isabel en mi cocina