the Heat is on!

Die heissen Sommermonate haben begonnen; als ob 33°C und enorme Luftfeuchtigkeit nicht genug wären, stürmt draussen auf dem Pazifik Hurrikan Amanda mit heftigen 220 km/h Windgeschwindigkeit, Böen bis 260 km/h, und treibt zusätzlich schwül-heisse Luft auf’s Festland. Amanda wird uns wohl ordentlich Regen bringen.

Diese Treibhaus-Hitze kann selbst Ente auf die Palme bringen:

Ente

Die Schwimmhäute sind irgendwie nicht so für Palmwedel-Sitting geeignet

Ente auf Palme

eine leichte Brise, der Palmwedel schwankt, die Ente macht den Flieger

Angenehme Woche mit erträglichen Temperaturen wünsche ich!

 

Hurrikan Raymond

Zum Glück schwächt er sich gerade auf einen Hurrikan der Kategorie 1 ab, und alle hoffen, dass er auf den Pazifik hinaus, von der Küste weg ziehen wird. Trotzdem brachte er wieder enorme Niederschlagsmengen, und es wird die nächsten Tagen in den Bundesstaaten am Pazifik weitere heftige Regenfälle geben.

Leider sind auch wieder die durch die Hurrikane Manuel und Ingrid schwer getroffenen Gebiete im unmittelbaren Einzugsgebietes dieses Hurrikanes. Kaum haben die Menschen dort sich einigermassen wieder organisiert, die Hilfslieferungen aus ganz Mexiko verteilt, müssen sie schon wieder mit Überschwemmungen und Erdrutschen rechnen.

Acapulco mit seiner traumhaften Bucht wird wohl auch wieder unter Wasser gesetzt. Aber ist sie nicht traumhaft:

Acapulco

 

Die Tage nach ‚Manuel‘ und ‚Ingrid‘

„No tenemos adonde ir, no tenemos donde vivir, lo perdimos todo“

Es war das erste Mal seit 1958, dass zwei Hurrikane Mexikos Süden in die Zange nahmen: Hurrikane Ingrid zog von der Karibik über das Festland und brachte verheerenden Regen mit sich, Manuel zog zeitgleich vom Pazifik her zum Festland, ebenfalls mit verheerenden Regenmassen. Die zerstörerischen Naturgewalten beider verursachten Überschwemmungen Landrutsche in weiten Teilen des Landes, nicht nur an den Küsten sondern auch im Inland.

Bisherigen Schätzungen zufolge sind wohl mehr als 1 Million Menschen von diesen Unwettern betroffen. 98 verloren ihr Leben, 68 Menschen gelten als vermisst, tausende Familien verloren ihr Haus, ihre Wohnung, ihr Geschäft, Ihre Existenz. „No tenemos adonde ir, no tenemos donde vivir, lo perdimos todo“ (wir haben nichts, wo wir hingehen könnten, wir haben nichts, wo wir leben könnten, alles haben wir verloren) erklärte eine Frau im Bundesstaat Tamaulipas an der Karibikküste dem Präsidenten Peña Nieto bei dessen Informationsbesuch.

Nahe Acapulco an der Pazifikküste fand man in den letzten Stunden die Leichen Verschütteter, Dutzende werden nach Erdrutschen noch vermisst.

Selbst ca. 700 km Luftlinie nördlich von Acapulco, dessen Strassen noch immer von Schlamm- und Wassermassen befreit werden müssen, im Süden des Bundesstaates Jalisco und nur eine knappe Autostunde von mir entfernt, sind zahlreiche Dörfer abgeschnitten, die Strassen wurden durch überflutete Flüsse und die Regengüsse weggerissen, einzelne Dörfer wie Ipala sind beinahe vollständig von den Sturzfluten weggerissen worden. Beliebte Ausflugsorte wie Tehuamixtle, berühmt für seine Austern, wurden schwer getroffen, sind wegen zerstörter Fernstrassen abgeschnitten, in Cabo Corrientes mussten rund 650 Familien evakuiert werden. Die Felder und Pflanzungen in den betroffenen Gebieten sind vernichtet.

In den letzten Tagen laufen überall in Mexiko die Hilfsaktionen: DIF, das Sozialamt und das Rote Kreuz richteten Sammelstellen für die dringendst benötigten Lebensmittel, Wasser, aber auch Hygiene-Artikel wie Baby-Windeln, Seife, Zahncreme, Reinigungsmittel usw.  Zahlreiche Opfer der Hurrikane konnten sich gerade noch selbst und ihre Kinder und Alten retten. Das Militär fliegt per Helikopter die dringendst benötigten Versorgungsgüter in die betroffenen Gebiete welche nicht mehr per Strassentransport erreichbar sind.

Die Bildreportagen in den Tageszeitungen halten uns allen überdeutlich vor Augen, welche Tragödien sich in den schwer getroffenen Gebieten abspielen, aber heute morgen schossen mir Tränen in die Augen: wir lieferten unseren Teil an Lebensmitteln bei einer Sammelstelle des Roten Kreuzes ab, standen in einer kleinen Menschenschlange von Leuten, die ebenfalls anlieferten, ihren Teil beizutragen, zu helfen, und es waren viele ältere Männer und Frauen in dieser Schlange, die sicherlich kaum Mittel übrig hätten, um zu spenden, trotzdem legten sie ihre Pakete mit Reis, Bohnen und Babymilchpulver in die Sammelboxen. Denn sie wissen, falls sie selbst einmal betroffen sein sollten, werden andere Menschen in anderen Teilen des Landes das gleiche tun.

Kenna – 25. Oktober 2002

Hurrikan Kenna schlug heute vor 10 Jahren, am 25.10.2002 als Hurricane der Kat. 5 auf das Festland zwischen der  Küste der Bahía de Banderas und der Küste Nayarits  auf. Kenna war bislang der drittstärkste Hurrikan an Mexikos Pazifikküste. Vier Menschen starben, hunderte wurden verletzt, einige sehr schwer, mehr als eintausend Häuser und Ladengeschäfte wurden komplett zerstört, unzählige schwer beschädigt.  Der  Landfall Kennas  in San Blas  zerstörte viele Gebäude und beschädigte etwa 95 % aller Häuser in der Stadt. In Puerto Vallarta verursachte die durch Kenna ausgelöste Springflut , die wie ein Tsunami durch die Strassen der Altstadt  tobte, enorme Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und Strassen. Kenna verursachte an diesem Vormittag des 25. Oktober 2002 Schäden, die mit über 100 Millionen US-Dollar beziffert wurden.

Weitere Fotos:

http://home.zonnet.nl/pv_kenna/f_61-70.htm

http://home.zonnet.nl/pv_kenna/f_41-50.htm

Videos von Stormchasern:

http://www.rambocam.com/archive/kenna.html

Schlaflos

 

Die letzten Nächte sanken die Temperaturen nicht unter 27 °C. Auch heute nicht. 29 Grad Celsius um 1 Uhr nachts. Die letzten zwei Stunden im Pool brachten keine wirkliche Abkühlung. Im Wasser treibend merkt man nur nicht wie man vor sich hin schwitzt, nass ist nass, obwohl das Poolwasser auch mehr als 30 Grad aufzeigt.

Im air-conditoned Schlafzimmer seufzt man erst einmal auf, jedoch nur um kurz danach zu frieren. Schlaf ist nicht angesagt, plötzlich ist man wieder voll fit! Flucht auf die Dachterrasse. Ein paar Sekunden lang Aufatmen. Solange bis man die Schweissperlen über den Hals, das Gesicht rinnen verspürt. Wie heute morgen schon.  Um 7.00 Uhr auf dem Golfplatz eingecheckt, Abschlag 5 Minuten danach, 15 Minuten später wischt man sich den ersten Schweiss von der Stirne. Der Handschuh klebte so wie jetzt das dünne Sommerkleidchen.

Weit weg, gerade noch über den Horizont sichtbar die Blitze, eine vage Hoffnung auf ein Gewitter, Erfrischung, Abkühlung.

Doch wie lächerlich ist dieser Gedanke! Gerade jetzt, wo Hurrikan Carlotta im Süden des Landes auf die Küste aufschlägt! Dort, ja dort, werden sie Regen haben. Viel Regen. Zuviel.