Der Wahnsinn geht weiter: Fassadenanstrich im freien Flug

Ein treuer Leser meines Blogs, Frank,  schickte mir gestern als Antwort auf den Beitrag „Wahnsinn des Monats“ die nachfolgenden Fotos, aufgenommen in einer Stadt irgendwo in Mexiko….

Warnung: Berufsgenossenschaftler, Arbeitsrechtler und Beauftragte für Arbeitssicherheit usw könnten sich beim Betrachten der Fotos schwere gesundheitliche Schädigungen zuziehen!

Voilá, dieser Malerbetrieb hält das mexikanische Weltpatent für’s Häuser-Anstreichen im Schwebezustand!

Man beachte die Leine vom Pick-Up ausgehend… (zum Vergössern bitte Fotos anklicken)

Highpainting in Mexico - 1 by Frank S.

Highpainting in Mexico – 1 by Frank S.

…zum Dach dieses Hotels und wieder die Fassade herunter….

Highpainting in Mexico - 2 by Frank S.

Highpainting in Mexico – 2 by Frank S.

…und dies sind wohl die Erfinder ?

Highpainting in Mexico - 3  by Frank S.

Highpainting in Mexico – 3 by Frank S.

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Kein Big-Business…

….sondern Micro-Business!

Hier in der Bahía de Banderas leben die Menschen überwiegend vom Tourismus und den davon abhängigen Geschäftszweigen. Aber, die Touris sind nicht mehr so ausgabenfreudig, die Jobs sind knapper geworden.

Also was tun? Ein Geschäft aufzubauen ist immer mit viel Kapitaleinsatz verbunden, man braucht Räumlichkeiten, Maschinen, Werkzeuge usw.  Geld, das der mexikanische Normalverbraucher nicht hat. Einige jedoch sind ziemlich findig und finden selbst noch in der kleinsten Nische Ihren Platz.

Derzeit ist noch Orangen- und Mandarinen-Saison, für mich also genau die Zeit, um zwei, drei Strassenkreuzungen weit zu fahren: von morgens bis abends steht dort junge Männer an den Ampeln, warten auf „ROT“ und laufen zügig die wartenden Autos entlang: 20 Pesos (etwas mehr als 1 Euro) für gut 2 Kilo pralle, duftende Mandarinen, erst vor wenigen Stunden vom Baum geplückt, bieten sie an und ich schlage immer zu! Nächste Woche sind es dann Mamey und in ein, zwei Monaten frische Guamuchil und kurz vor der Regenzeit die Litchies und Rambutan….aber die werden gleich an der ersten Strassenkreuzung angeboten.

Blumen kann ich an der selben Kreuzung tagtäglich kaufen. Oder die Windschutzscheibe putzen lassen.

500 Meter weiter wird das verwertet, was vom Baum fiel oder bei Mutti und Tante im Gärtchen wuchs: Orangen, Mandarinen, Mango, Bananen, Gurken, Möhren, und was eben gerade reif ist, wird gesaftet!

Der kleinste Saftladen der Bahía

Der kleinste Saftladen der Bahía

Der „Saftladen“ hat keine 2 Quadrat-Meter, gearbeitet wird auf dem Gehsteig! Die Töchter pressen Saft, Papa und Onkel verkaufen ihn an der Strassenkreuzung. Mutti bringt mittags Nachschub und Tortillas.

Wenn man schon mit dem Auto unterwegs ist, kann man bei Bedarf unterwegs an der nächsten Kreuzung noch schnell einen Ölwechsel auf dem Parkplatz einschieben:

Ölwechsel an der Strassenkreuzung

Ölwechsel an der Strassenkreuzung

Und wenn der Kühler kocht und der Auspuff beim Fiat wie Ferrari klingt ist man hier an dieser Ecke richtig:

Auspuff und Kühler Reparatur

Das Auto lässt man bequemerweise waschen, während man im Supermarkt einkaufen geht

Autowäsche auf dem Supermarkt-Parkplatz

Selbst auf manchen Restaurant-Parkplätzen gibt es diesen Service, gelegentlich sogar mit maschineller Feinpolitur!

Und in einer halben Stunde dürfte meine Nachbarin, die Apfel-Nuss-Täschchen aus dem Ofen ziehen und bei mir klingeln. Sie redet zwar nicht viel darüber, aber wie es aussieht, hat sie ihrem Göttergatten irgendwo hin getreten und beschlossen sich selbständig zu machen. Sie backt Kuchen und Törtchen und liefert an Freunde und Bekannte.

 

La Cruz de Huanacaxtle, Nayarit Mexiko

Im nördlichen Bogen der Bahía de Banderas liegt das kleine Städtchen La Cruz de Huanacaxtle, bis vor wenigen Jahren ein kleines, verträumtes Fischerörtchen, mittlerweile jedoch der Ort mit der neuesten Yachtmarina an der Riviera Nayarit, der sich jedoch noch genug Lokalkolorit erhalten konnte.

Marina La Cruz de Huanacaxtle by Marina Riviera Nayarit

Marina La Cruz de Huanacaxtle by Marina Riviera Nayarit

La Cruz ist immer einen Ausflug wert!

(Bild zum Vergrössern anklicken)

La Cruz de Huanacaxtle by Vallartina

La Cruz de Huanacaxtle by Vallartina

 

Das Städtchen ist ein beliebter Ausgangsort für Hochseefischen, selbstverständlich werden alle Wassersportarten angeboten, kleine Lädchen und Boutiquen laden zum Bummeln ein.

Restaurants gibt es auch reichlich, vom Taco-Stand und der Birreria an der Ecke bis hin zu Spezialitäten-Restaurants, wie z.B. das Frascati mit seinen italienischen Spezialitäten.

Restaurant Frascati, La Cruz de Huanacaxtle

Restaurant Frascati, La Cruz de Huanacaxtle

Sehr empfehlenswert im Frascati ist jederzeit die hausgemachte Pasta, immer frisch und ganz lecker!

Restaurant Frascati, hausgemachte Pasta

Wie wäre es mit einem Salat?

Frascati La Cruz de Huanacaxtle, Ensalada de peraoder Jumbo Shrimps mit Fines Herbes?

Restaurant Frascati La Cruz, Gamberoni

Nach dem Abendessen ein kleiner Bummel durch die Gassen von La Cruz. Man kommt gerade bis zur nächsten Strassenkreuzung da hört man ein Liedchen „el panadero con el pan….“ (der Bäcker mit dem Brot) und noch bevor man ihn sieht, zieht schon ein Duft von Zucker und Zimt durch die Gasse und dann sieht man ihn, Manuel, el panadero und sein Lieferwagen

Manuel el Panadero, Lieferwagen

schon kommen die Kunden

Manuel el Panader, La Cruz de Huanacaxtle

Rund ein Dutzend Leute arbeiten zusammen, so erzählt er. Ein paar Frauen backen die panques, curasants und das süsse Brot, andere sind für die frittieren schmalzgebackenen Leckereien zuständig, Austräger und zwei Ausfahrer hängen auch noch an diesem Familiengeschäft.

Manuel el Panadero in La Cruz

Ein paar Minuten bleibt er an jeder Kreuzung stehen, der Lautsprecher und sein Liedchen locken weitere Naschkatzen an, bis spät in die Nacht hinein fährt er, aber ab 20 Uhr muss der Lautsprecher ausgeschaltet sein: Lärmschutz a la mexicana, meint er.

Und auch für uns wird es Zeit, einen schönen Tag und Abend in La Cruz ausklingen zu lassen – zurück nach Hause!

 

Fiestas Patronales in der Bahía de Banderas

Jede Dorf, jede Stadt, ja sogar jeder Stadtteil hat seinen Schutzheiligen, und den gilt es alljährlich ein grosses Fest zu widmen: die Fiesta Patronal. Meistens gehen diese Feiern über rund 2 Wochen, die Schutzheiligen werden’s zufrieden sein, nehme ich an.

Fiestas patronales Bahía de Banderas 1

Während der Dauer dieser Fiestas ist allabendlich die komplette Bevölkerung auf den Beinen,

Fiestas patronales Bahía de Banderas 2jpg

man trifft sich rund um den Zocalo, auf dem Kirchhof. Wer will schon zuhause bleiben, der Feierlärm übertönt ohnehin alles, schliesslich muss man die Sause noch im Nachbarort hören! Ausserdem gibt es dort Essen und Trinken für jeden Geschmack, jeden Durst und an Schlaf ist während dieser Tage bis lange nach Mitternacht nicht  zu denken!

Fiestas patronales Bahía de Banderas Castillo de Fuego 1

Bei keiner Fiesta jedoch darf das „Castillo de Fuego“, das Feuerschloss, fehlen

Fiestas patronales Bahía de Banderas Castillo de Fuego - das Gerüst

ein abenteuerlich anmutendes Gewirr aus Gerüststangen, das Tragegerüst für die Feuerwerkskörper. Und dieses Feuerwerk bildet den krachenden, rauchenden und feurigen Höhepunkt jeder Fiesta.

Fiestas patronales Bahía de Banderas Castillo de Fuego 2

Es wird geknallt und geballert bis Alle im Rauch stehen, die Augen tränen und die Ohren pfeifen

Fiestas patronales Bahía de Banderas Castillo de Fuego 3

Und wenn am Ende der Fiesta die Kirche im Feuerwerksqualm verschwindet und die Kameralinse total beschlagen ist, dann war’s eine wirklich tolle Fiesta!

Blue Monday

Klar, Montage sind sowieso nicht der Hit einer Woche. Manchmal können sie aber ganz hübsch ins Gemüt schlagen!

Vor allem, wenn man eine original mexikanische Dorffiesta hinter sich brachte (mehr dazu demnächst), trotzdem noch durch die Kontrollen der „Dein Freund und Helfer“ unbeschadet kam, die neuen Randale-Kids der Strasse  Steine auf die Autos warfen und die Ohren noch immer vom Fiesta-Lärm dröhnen!

Abhilfe schafft da aber schnell  das hier:

triple xocolatl y amor

triple xocolatl y amor by Vallartina

Das, meine Lieben, ist kein Kuchen! Das ist Medizin!!!!

Kommt mir gut durch die Tage – besitosssss!