Entweder, dies ist mein allerletzter Blogeintrag, oder…

…. ich verfalle noch innerhalb der nächsten Stunde dem absoluten Wahnsinn!

Aber von Anfang an: Eigentlich wollte Vallartinas Familia dieses Jahr, 2013, welches sich ja direkt dem Ende zuneigt, einmal nichts in Haus und Garten investieren oder renovieren. So hatten wir es vor. Eigentlich. Aber dann fand ich im Frühjahr diesen Jahres, dass wir eigentlich die Eingangshalle, das Treppenhaus streichen lassen sollten. Gut, gemacht. Dann fand ich die Wandfarbe so schön, dass ich auch noch die Küche und das Wohnzimmer malern liess. Perfekt! Aber leider passte dann die fast schwarze Einbauküche nicht mehr so richtig ins Bild. Also wurde auch die Einbauküche umlackiert: Iberia-Gelb dominiert seitdem die Küche! Wunderbar. Die Regenzeit forderte bereits im Frühsommer ihren Tribut: die schwarzen Canteraplatten auf der Terrasse, im Carport und im Vorhof wurden grau. Der Poliertrupp marschierte an, polierte die Steinplatten rund um die heimatliche Hütte staubwolkenweise und tünchte sie satt schwarz. Elegantissimo!

Zwischenzeitlich begann eine Ärztetour ihren Lauf zu nehmen, die la familia in entfernte Gegenden und Städte führte, denn wenn man schon körperkomplett durchcheckt wird, will man ja auch was Positives bei haben, nicht wahr? Kein Problem, schicke Hotels, fenomenale Shopping-Centers, kulinarische Genüsse in fernen Restaurants und neue Entdeckungen sind damit verbunden, de puta madre!  fände man nicht nach kurzer Abwesenheit plötzlich verdächtige Brösel oder Holzkrümel nach Rückkehr ins traute Heim in einem Waschtisch-Schränkchen. Man putzt es weg. Dann waren da wieder neue! Diagnose: Termiten! Der Alptraum eines jeden Hausbesitzers! Das verdächtige Objekt schnell herausgerissen, einen Schreiner kontaktiert, der nach zwei Wochen immer noch kein Angebot abgeben konnte, wollte, den nächsten Holzkünstler interviewt, den übernächsten, dann endlich per persönlicher Vermittlung den ultimativen Schreiner gefunden, der innerhalb 8 Tagen das Teil nachbauen und einbauen wollte.—

Kleines Zwischenspiel: letzten Samstag wurde das Haus unseres Nachbarn zur Rechten aufgebrochen, so ziemlich alles geklaut, was geklaut werden konnte. Wir kriegten davon nichts mit, wir waren mal wieder im Krankenhaus. Am nächsten Tag dann, Sonntag, kam die betroffene Nachbarin, nachzufragen, ob wir evtl. was beobachtet hätten. Hatten wir nicht, wir waren ja auswärts im Krankenhaus. Dafür aber hörten wir keine 2 Stunden nach dem Besuch der besagten Nachbarin im anderen Nachbarhaus  zur Linken seltsame Geräusche – doch diese Nachbarn waren doch im Urlaub in Europa! Die Geräusche waren keine Einbildung, also den Sicherheitsdienst angerufen und anschliessend verbrachten wir 3,4 Stunden mit der Polizei bei uns und am aufgebrochenen Nachbarhaus! Am nächsten Tag vergingen wieder einige Stunden mit der Kripo – Zeugenaussage, Auswertung unserer Überwachungskamera….

—Aus 8 Tagen zum Bau des Waschtischschrankes werden viele Telefongespräche, viele Vertröstungen – oh nein, nicht „mañana“ – sondern „nächsten Mittwoch/Donnerstag und schliesslich nach Androhung der persönlichen Heimsuchung durch Vallartina herself – vorgestern. Ja. Er brachte es vorgestern abends, tatsächlich. Aber: Die Lackierung noch so feucht, noch so heftig stinkend, dass el Carpintero dieses ominöse Teil nur in den Garten zwecks Zwangslüftung stellen durfte. Heute nun sollte der Einbau erfolgen.

Es begann fast gar nicht schlecht. Zumindest konnte man das Teil unter Anwendung roher Gewalt in die dafür vorgesehene Wandnische wuchten. Gut, die Seitenwände mussten etwas aufgestemmt werden – naja, kann man wieder eingipsen. Der Waschtischunterschrank war nun mit seinen 2,40 Metern Länge eingepresst, es mussten nur noch 6 Schubladen und 2 Türen eingeschoben/mit Scharnieren angeschraubt werden, dann die Marmorplatte drauf, darauf das Waschbecken und fetisch! Na?

Und genau da begann meine Krise! Ich sag mal so: nach vergeblichen zehn, drölf, zwanzund-xig Versuchen, die Schubladen in die Gleitschienen zu schieben ohne die Türchen nebenan zu blockieren begann nicht nur Don Vallartino zu schwitzen – nein, la Vallartina begann zu fluchen wie ein Bierkutscher! Die zwei (2) Türen hingen, egal was wir versuchten, total schief in den Scharnieren. Die Schubläden fielen zum Teil aus den Gleitschienen, oder wir mussten sie buchstäblich in den Schrank hineinhämmern, gut dann waren sie drin – aber man konnte sie nur noch mit roher Gewalt wieder herausziehen!

Nach 4 Stunden lief mir schiesslich dass Wasser aus den Haaren. Aber, nein! Kein Schweiss! Das Rinnsal kam aus der Klimaanlage, unter der ich gerade stand! Es tröpfelte nicht, nein, es rann!

Und als ich so im Kondenswasser der verstopften Air-Conditon stand, Don Vallartino mich mit fast irrem Gesichtsausdruck anstarrte und Vallartinito sagte „es reicht“ – da wurde mir schlagartig bewusst:

Entweder ich werde jetzt wahnsinnig und muss den Urschrei loslassen –

ODER!

Genau! Jetzt reicht’s. Die heimatliche Hütte wird verkauft! Also! Wer die nächsten Tage ein Wahnsinns-Schnäppchen machen will, der soll sich melden: 350 qm modernes Haus mit Macken, aber mit fantastischem Blick auf die Sierra Madre sowie Golfplatz und See, Zugang zum privaten Beachclub, Golfmitgliedschaft und tralala – RUF MICH AN!

 

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44 Kommentare zu “Entweder, dies ist mein allerletzter Blogeintrag, oder…

  1. Ich guck mal in der Portokasse nach, und geb‘ dir dann morgen Bescheid. 😉
    Und ich drücke dich virtuell ganz lieb, und wünsche dir von Herzen, dass eure Pechsträhne jetzt endlich, endlich ein rasches Ende finden möge… ♥

  2. Oh, Vallartina. Wenn es einmal angefangen hat, stimmts?

    Alles Gute, wird bestimmt jetzt besser. (schlimmer kanns ja nicht mehr kommen).

    LG

  3. Uhhh…äh… und zwischendurch hast du auch noch kulinarische Highlights gebacken?! Sag mal, wie machst du das? Oder ist das ein meditativer Weg, um nicht durchzudrehen?
    Bin mir jetzt nicht so ganz sicher, ob es gut wäre anzurufen… 😉

    • Ach, Frau Rosensteuz, ein kleiner Anruf würde mich schon glücklich machen! Die ganze Bäckerei als meditative oder mentale Flucht in die ach so fröhliche Vorweihnachtszeit ….jaaa, käme irgendwie hin!
      GLG

  4. nur nicht die flinte ins korn schmeissen, du kennst mexico, denn carpinteros, etc, die gibt es ueberall, und die anhäufung von missgeschick, kommt von anhäufung der aufgaben,
    also geh und trink erst einmal einen guten kaffee, in einem der schoenen kaffees in pv
    ganz einfach, kopf hoch!!!!!!

  5. ach tinaleinchen, ich nehm dich mal in die arme und drück dich!!!
    gestern wurde ich getröstet mit den worten: „tenes el culo pa aguantarlo“, ich geb ihn hiermit an dich weiter 🙂

  6. De „puta madre“ oder doch besser „de poca madre“?
    So ein Häuschen in den immerfeuchten Tropen in Schuss zu halten kann zur Lebensaufgabe werden. Übrigens kann ich Dir einen exellenten Schreiner empfehlen, hat in meiner bescheidenen Behausung Einbauküche und sämtliche Einbauschränke gemacht.
    Ein wahrer Meister seines Faches, lebt und arbeitet aber in Cuernavaca, Morelos. Gegen Erstattung der Spesen wäre er aber sicher bereit auch mal ein paar Tage am Meer zu verbringen.

    Gruss nach Nayarit und meine besten Empfehlungen an den Gatten!

    Peter

  7. Boah , mein lieber Scholli …. wenn’s denn kommt , kommt’s wirklich dicke
    Du bist grad der beste Beweis 😉
    Solche Tage/Zeiten kenn‘ ich nur zu gut , also hast Du mein vollstes Verständnis .
    Und wenn man dann denkt :“schlimmer gehts nimmer , wird man eines Besseren belehrt .
    Aber Ihr seid la familia , wäre doch gelacht , wenn Ihr Euch von einem Haus und allem „Drumherum“ klein kriegen lasst 🙂
    In diesem Sinne
    saludos y suerte

    • Das „Drumherum“ bekommen wir allmählich in den Griff, wird noch etwas Geduld brauchen. Kann mir andererseits vorstellen, dass auch Du unter den gegenwärtigen Umständen in VE ab und an mal aus der Haut fahren möchtest! Wir werden das Beste draus machen, nicht? GLG und hoffentlich ordentlich gefüllte Regale in den Läden auf Deiner Insel!

  8. Beim Lesen gewonnener Eindruck: Alles, was schiefgehen kann, ging schief. Diesen wunderprächtigen Tischler unangespitzt in den Boden zu rammen, hätte sicher nichts weiter genutzt als deine Wut abzubauen.
    Da ist ja ein Holzwurm noch ein friedliches Tierchen gegen diese Biester.
    Viel Kraft und irgendwann ist auch das Geschichte!
    Liebe Grüße von mir

  9. Also was zu viel ist , ist zu viel ich suche ja fieberhaft nach einem Domizil im Süden damit ich dem Winter hier entfliehen kann, aber Dein Haus würde mich krank machen.. Kann Dich absolut verstehen.. Grüßli Sternchen..

    • tja, irgendwas is immer! In tropischen Gegenden muss man wohl Kompromisse machen, und das fängt bei den Handwerkern an und hört schliesslich bei deren Ergebnissen im Haus auf…. Viel Glück bei Deiner Suche!

  10. Nee, so ein großes Haus will ich gar nicht haben. Aber ab und zu häufen sich im Leben schon mal die miesen kleinen und großen Dinge. Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass im neuen Jahr auch bei Euch alles besser wird. Ganz liebe Grüße Leonie

  11. Tut mir leid, aber ich rufe nicht an. Hab selber anderen Wahnsinn genug. 😉
    Ich wünsche euch, das ihr schnell etwas anders schönes findet. Eine nicht so stressige Weihnachtszeit für euch. *winke*

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