Ich war jung und hatte kein Geld

Ganz sicher kann ich auch behaupten, dass wir damals weit weniger aufgeklärt waren als heute! Wie hätten wir uns all die unverzichtbaren, superwichtigen Informationen besorgen sollen, gab es doch kein Internet, und selbst die Stadtbibliothek hätte uns nicht vor diesem Dilemma bewahren können, diesem seelischen Scherbenhaufen, vor dem wir heute stehen! Gut, vielleicht wollten wir auch nicht „bewahrt“ werden, was war denn schon Schlechtes dabei? Es war angesagt, hype, must-do! Trotz meiner chronischen Pleite und angesichts der Tatsache, dass es in meiner Studentenbude noch nicht mal einen Campingkocher gab, drückte ich folglich alle paar Wochen 3 Streifen meiner Verkehrsverbundskarte ab und fuhr zum Stachus oder zum Rotkreuzplatz. Dort fand das pralle Leben statt, dort standen die Tempel der Begierde, dort musste man sich treffen und gesehen werden: Beim Mäcki!

Hamburger, Pommes, Milchshake! Wir zogen sie uns rein, am besten in der Clique, lachend, schäkernd, gut war’s.

Seit drei Tagen ist mir speiübel. Seit drei Tagen ballern e-mails mein Gehirn und meinen Magen zu und ich fühle mich schlecht. Ich werde mir bewusst gemacht, dass ich in meiner Jugend aus Unwissenheit, einem Trend nachlaufend, mich mehr oder weniger mit Resteverwertung und Hundefutter ernährt hatte, meine Clique und ich quasi kollektiv zur ernährungsbedingten dreiviertelgastronomischen Selbstzerstörung angetreten waren! Es ist hart.

Selbstzweifel plagen mich, so sehr, dass mir selbst das Hackfleisch in der Metzgertheke suspekt erscheint, vor meinem geistigen Auge mit rot ausgekreuzt wurde, der flüchtige Gedanke an Frikadellen mir erneut Übelkeit verursacht.

Und nun kommt’s noch dicker! Die Hühnchen-Nuggets sollen auch das Gegenteil von dem sein, was drauf steht?!

Auf die grausigen Einzelheiten des Hack- und Hühnchen-Gruselkabinetts muss ich hier mit Rücksicht auf meinen Magen verzichten. Wer weiterlesen will, hier gibt es Links:

deutsch: http://kochhelden.tv/jamie-olivers-food-revolution-burger/

englisch: http://www.medicaldaily.com/mcdonalds-use-ammonium-hydroxide-wash-meat-angers-chef-jamie-oliver-theyre-not-only-culprit-video

spanisch: http://noticias.starmedia.com/insolito/hamburguesas-mcdonalds-no-son-aptas-para-consumo-humano.html

Heute gibt´s nur Salat!

 

 

 

 

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24 Kommentare zu “Ich war jung und hatte kein Geld

  1. Pingback: Ich war jung und hatte kein Geld | Germanys next Kabinettsküche

  2. Hat dies auf Rund um den Kabinettstisch rebloggt und kommentierte:
    Liebe Vallartina, danke für diesen Beitrag letztlich über unser aller Hartleibigkeit. Du hast ja an anderer Stelle darüber geschrieben, wieviel Eier in Mexiko gegessen werden. Vielleicht bewegt sich ja auch in Deinem Land etwas in diese Richtung … Liebe Grüße zu Dir von hier aus …

  3. Hach ja, der Mc Donalds am Stachus….die Eröffnung war ein richtiges Ereignis, natürlich musste Clique da mal reinschauen und einen Burger verspeisen. Ganz progressive nahmen ihr Fresstütchen auch mit wenn wir danach noch stundenlang im Gras vor dem Monopteros im Englischen Garten herumlungerten. Ich erinnere mich noch genau daran, wann ich allerdings zum letzten Mal in einem dieser Läden war habe ich vergessen, ist schon zu lange her!

  4. Also, ich mache es heute noch so, wie Margot :mrgreen: und manchmal hole ich mir dort einen Kaffee, wenn ich auf einer Fahrt bin. Die Becher suppen nicht gleich durch. Ansonsten esse und kaufe ich seit Jahren so gut wie nichts, was industriell verarbeitet wurde. Es gibt mal eine Ausnahme, die ist aber übersichtlich. Ansonsten habe ich andere Schwächen. Die großen Namen wie Coke, Starbucks, Pizza Hut oder was auch sonst, kommen mir nicht in die Tüte! Da können sie noch so oft versuchen ein sauberes Image zu verkaufen. Selbst Brötchenteiglinge aus Asien können die heimischen Bäcker gerne selber essen. Zeit habe ich wenig, aber immer noch genug um eben schnell frisch selbst zu kochen. Ansonsten gibt es einen Apfel oder ein selbst gegrilltes Steak (das Wende ich dann hoffentlich bald mit meinem neuen Grill-Set)!

  5. Uah, da wird mir übel. Aber ich glaube, wir waren da alle schon essen. Als wir jung waren, oder weil die Kinder es sich wünschten. Ich glaube, es macht keinen Sinn sich deshalb Vorwürfe zu machen. Wichtig ist, dass man sein Verhalten irgendwann ändert und es den Kindern weitergibt. Also meine gingen dann auch als Teenies nicht mehr dahin

    • Naja, meine „Selbstvorwürde“ waren eher ironisch gemeint, nicht aber, dass mir beim Lesen der Berichte über die Herstellung dieser Burger tatsächlich übel wurde! Und tatsächlich frage ich mich in den letzten Tagen, wieviel „Produziertes“ wir heutzutage denn tatsächlich an sogenannten Lebensmitteln essen? LG

    • Weisst Du, meine Liebe, anfangs beim Lesen dachte ich ja, dies sei ein übler Witz! Aber es scheint die erschreckende Wirklichkeit zu sein. Und zu lesen, dass in den USA tatsächlich gesetzlich erlaubt ist, bis zu 20 % dieser chemisch gewaschenen Schlachtabfälle beizusetzen, schlug mir gewaltig in die Magengrube! GLG

  6. ich glaube nicht, daß du dich sooo schlecht fühlen mußt! ich glaube auch nicht, daß die lebensmittelpfuscherei zu unsere jugendzeit so schlimm war wie heutzutage. und du bist dabei gesund geblieben, oder? mac doof ist durch unsere jugend erst so groß geworden, daß er daraufhin angefangen hat zu „mogeln“, genau wie viele andere, die dazugekommen sind. denke ich. wie viele lebensmittel, vor allem fertiggerichte und tütensuppen usw. haben anteile von holz, knochen und anderen sachen, die ich gar nicht wissen will. die lightprodukte – alles schwindel! eigentlich dürften wir uns nur von selbstangebautem ernähren, aber – was ist in der luft, und was bringt der regen runter?
    ich esse gleich ein lecker steak mit spiegelei und pommes aus echten kartoffeln 🙂

    • Wie es aussieht, liebe Antje, muss der Mäcki gar nicht „mogeln“: z.B. ist es in den USA gesetzlich zulässig, bis zu 20 % dieser „chemisch gereinigten“ Schlachtabfälle, die sonst nur für Hundefutter verwendet würden, beizumengen!
      Wie war Dein Steak? GLG

    • Diese unglaubliche Mischung gab es in unserer Jugendzeit wahrscheinlich noch gar nicht, Clara! Dieser Pantsch landete seit den letzten Jahren im Pappkarton mit Aufdruck “ 100% reines Rindfleisch“!

  7. aufgewachsen z.t. in der gastronomie, war das noch nie meine welt, mit einer ausnahme, nach 3wochen japan bin ich in tokyo airport in den mc donald gestuerzt.
    jetzt als vegetarier, der fisch isst, bin ich ganz ab, bei mike findet sich fuer mich immer was, die kaeseplatte mit kaese von charlie ist eine wucht.

  8. Ich habe noch nie sehr viel von McDoof und Co. gehalten, und bin bislang dort auch nur ausgesprochen selten eingekehrt – außer bei McDoof am Stachus – aber nicht zum speisen, sondern für’s Gegenteil, die haben dort recht gepflegte Toiletten. 😉
    Liebe Grüße!

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