El Puerto de San Blas

Vor gut einem Jahr schrieb ich schon einmal kurz über dieses kleine, authentische Fischerstädtchen in Mexikos Bundesland Nayarit. Bei meinem kürzlichen Besuch dort, war San Blas zwar nur eine Zwischenstation, einen kleinen Artikel sollte ich dem Städtchen schon widmen.

San Blas - Sonnenuntergang, Blick von der Contaduría

San Blas – Sonnenuntergang, Blick von der Contaduría

Jede Stadt hat so ihre Geschichte und Geschichten. San Blas hat im Laufe ihres über 500-jährigen Bestehens sogar viel Geschichte, schliesslich war der Ort der erste und damals wichtigste Versorgungshafen der spanischen Konquista. Das wohl deutlichste Zeichen der Hochblüte San Blas‘ ist sicher die Contaduría, das damalige Zoll- und Hafenlagergebäude. Interessanterweise muss man einige Kilometer weit vom Meer entfernt auf einen steil abfallenden Berg fahren, um die Ruinen dieses damals 4-stöckigen Gebäudes zu erreichen. Oben angekommen, bietet sich ein fantastischer Ausblick über die Stadt und die Küste bis weit auf den Pazifik hinaus. Der Aufstieg dürfte damals nicht einfach gewesen sein, trotzdem bauten der Hafenkommandant und einige der reichen Konquistadoren, die Stadtverwalter, grosszügige, aus massivem Felsstein gemauerte Wohnhäuser.   (Bilder zum Vergrössern bitte anklicken)

San Blas contaduría, Teilansicht, Statue Junipero Serra

San Blas contaduría, Teilansicht, Statue Junipero Serra

Der Fels selbst, auf dem die Contaduría steht, soll mit mehreren Geheimgängen durchlöchert sein, Fluchtwege waren es wohl, aber auch Katakomben und Lagerräume. Die wären natürlich interessant gewesen, aber mir wurde gesagt, ich würde bauchhoch im Fledermauskot stecken bleiben! Nun denn.

Ein kleines Museum gibt es auch:

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Auch eine kleine Kapelle wurde zu Ehren der Hl. Maria, genannt Nuestra Señora del Santo Rosario gebaut. Ein aus Cádiz (Spanien) von den Eroberer mitgeführtes Gemälde eben jener Heiligen, zierte den Altar.  1768 jedoch brannte die Kapelle mit dem Bild der Jungfrau Maria komplett ab. Ein neues Gotteshaus, der Templo de la Nuestra Señora del Santo Rosario, genannt La Marinera, wurde aus massiven Steinquadern erbaut, und in Cádiz ein neues Abbild der Hl. Maria del Santo Rosario geordert und geliefert.

San Blas, Templo de Nuestra Señora del Rosario "La Marinera"

San Blas, Templo de Nuestra Señora del Rosario „La Marinera“

San Blas, Templo de la Marinera, Innenansicht

 Im Dezember 1792 konnte die neue, solide Kirche eingeweiht werden. Nur 7 Monate danach, während eines heftigen Gewitters,  schlug ein gewaltiger Blitz oberhalb des Hauptportals ein, zerstörte das Dach, den Glockenstuhl und wiederum das Abbild der Hl. Maria. Für die Bewohner stand nun definitiv fest: es waren Zeichen Gottes! Hier sollte keine Kirche gebaut werden. Und so wurde diese Kapelle allmählich zur Ruine.

San Blas, Templo, Grabstätte und Ruinen des Hauses des Hafenkommandanten

San Blas, Templo, Grabstätte und Ruinen des Hauses des Hafenkommandanten

Nur noch einmal, ein paar hundert Jahre später,  sollte sie im Mittelpunkt stehen: Die Tochter eines Politikers heiratete in dieser Kirche, und dafür spendierte der stolze Brautvater einen neuen Bodenbelag aus Keramikfliessen!

San Blas selbst ist immer noch weit davon entfernt, ein Touristenort zu werden. Allerdings versicherten mir ein paar Einheimische, dass dies überhaupt nicht erwünscht sei. Man wolle keine Hotelburgen, kein All-Inklusive und keine Pauschaltouristen. San Blas will offen bleiben für Individual-Touristen und Naturliebhaber. Das Mangroven-Gebiet  La Tovara, das Vogelschutz-Gebiet Singayta sind nicht überlaufen, die Strände noch nicht kommerzialisiert, und im übrigen erlebt der Besucher hier das easy-going eines sehr relaxten Aufenthalts. Nachtschwärmer, Partylöwen und Adrenalin-Junkies werden hier allerdings nicht auf ihre Kosten kommen.

San Blas, Markt

San Blas, Markt

San Blas, Marktplatz

San Blas, Marktplatz

 

 

 

 

 

 

 

 

San Blas die Bar des "Alten"

San Blas die Bar des „Alten“

Wer hier Urlaub machen will, dem sei empfohlen, sich ein gutes Hotel mit angegliedertem Restaurant zu suchen, Gourmet-Restaurants sucht man in den Strassen der Stadt vergeblich. Wer allerdings auf Street-Food steht, der kann sich beidseitig der einzigen Zufahrtsstrasse in den Ort von Fisch-Grill zu Scampi-Grill durchfuttern, alles frisch über Mangroven-Holz geräuchert und gegart. Wir bevorzugten allerdings die Küche einer international bekannten Köchin, Chef Betty Vazquez. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

 

 

 

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24 Kommentare zu “El Puerto de San Blas

  1. Pingback: Vom Pazifik über das Rückgrat des Teufels in die Sierra Gorda Teil 1 | toeflimike

  2. San Blas ist schon ein besonderes Stück von Mexico.
    Ich erinnere mich an die alten Fahrräder. Viele hatten vorne, hinter der Lenkerstange, einfach ein quadratisches Holzbrett montiert, als Kindersitz. 😉
    In San Blas kann man einfach nur sitzen und Leute beobachten, die meisten doch „etwas crazy“ und sehr liebenswert. – wenn es denn immer noch so ist –
    LG

    • Gib bei Google Earth ein: San Blas Nayarit Mexico, es wird direkt angesteuert. Von Tepic sind es ca. 65 km West. Von Puerto Vallarta aus ca. 160 km, fast alles an der Küste entlang, aber Landstrasse (über alle Dörfer!), ca. 2 Stunden Fahrtzeit.
      Werde in Kürze noch über unseren Trip nach Mexcalitán berichten, dorthin braucht man die gleiche Zeit, ca. 2 Stunden, obwohl es nur die Hälfte der Entfernung ist.

  3. Danke für diesen sehr interessanten, und gut bebilderten Reisebericht. Ich finde es immer wieder wundervoll und beispielhaft, wenn Menschen ihre Lebensweise, Kultur und Behaglichkeit mehr zu schätzen wissen, als einen erhofften, touristischen Reibach…
    ♥liche Grüße!

    • Das tun die Leute dort offensichtlich. Die Touristen dort kommen überwiegend aus Mexiko selbst. Die wenigen Ausländer kommen wegen der Mangroven- und Vogeltouren in den Sümpfen, und die sind offensichtlich auch nicht auf Remmidemmi aus. GLG

    • Natur satt! Ich habe noch nirgends so viele wild wachsende blühende Sträucher neben staubigen Landstrassen und solche Prachtexemplare von alten, riesigen Bäumen gesehen. Hier darf wohl noch wachsen, was wachsen will. Es gibt allerdings auch enorme Plantagen, werde im kommenden Beitrag ein bisschen darauf eingehen. GLG

  4. Ich verstehe nur zu gut, dass du nicht bauchhoch im Fledermausschitt stecken bleiben wolltest – obwohl – warum eigentlich nicht? 🙂 Wäre doch mal eine absolut andere Erfahrung, *grins*
    Schöne Fotos!

  5. Toller Bericht. Ich mag gerne etwas über die Vergangenheit von Städten lesen. Es ist wirklich interessant. Wie die Menschen früher gelebt haben, was sie so alles hergestellt haben. Gefällt mir wirklich gut.
    Liebe Grüße
    Gabi

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