Mike und Irma on MexikoTour 2012 Teil 5

Wir sind unterwegs durch die Sierra Madre auf einer Höhe von 1900 bis 2000 mNN durch das Bundesland  Aguascalientes mit der gleichnamigen Hauptstadt. Wer sich wirklich für die Schönheiten dieser fantastischen Berglandschaft mit ihren schroffen Tälern, Hochebenen und diesem scheinbar endlosen Himmel interessiert, sollte allerdings als Reisezeit besser die Monate von November bis April, also nach der Regenzeit und durch die regenfreien Winter- und Frühsommer-Monate hindurch, wählen. Jetzt, Ende Mai und nur wenige Wochen vor Beginn der Regenzeit ist die Landschaft hier wie auch in allen bisher von uns befahrenen Bundesländern ausgetrocknet, viele Landstriche wirken staubig und es ist heiss. So werden wir von einem Besuch in Aguascalientes abgehalten: ein Sandsturm nahm uns wieder Sicht und Luft und drosselte unsere Reisegeschwindigkeit drastisch: eine gute halbe Stunde für 10 km gesandete Strecke lässt keine Freude aufkommen.

Die Stadt Aguascalientes (Warme Wasser) hat wirklich heisse Quellen, ein hübsches Stadtzentrum, das sich immer noch kolonialen Charme bewahrt hat, wenngleich manche Leute behaupten, die Stadt sei etwas provinziell. Andererseits wollen viele Urlauber doch das „richtige“ Mexiko besuchen, nun dann ist man in Aguascalientes richtig.

Uns zieht es aber weiter und nachdem wir den Sandsturm abgewettert hatten, führt uns die Strecke wieder durch die Weiten der Sierra, immer leicht bergab, durch die Hochebenen Jaliscos, des durch seinen Tequila berühmt gewordenen Bundesstaates, an scheinbar endlosen Agave- und Mais-Feldern vorbei. Die Landschaft hier sieht bisweilen mediterran aus, einige schroffe mit Kakteen bewachsene Felsformationen wechseln sich ab mit sanften grünen Anhöhen auf denen Ziegen und Kühe grasen was beinahe an das Voralpenland oder den Karst in Slowenien erinnert.

auf 2400 Metern in der Sierra

600km fantastische Bergstrecke in der Sierra

in der Sierra Madre Occidental, Jalisco 2000mNN

Guadalajara, die Hauptstadt, umfahren wir, immer Richtung Atotonilco el Alto und dem ganz in der Nähe liegenden Örtchen Santa Elena, zu unserem Freund Charly.

Charly’s Kneipe

Schon seit 12 Jahren besuchen wir Charly regelmässig zu Kurzurlauben in der Sierra. Aber auch um unseren Freund Chava in seiner erstklassigen Käserei aufzusuchen und ordentlich einzukaufen. Chava fliegt immer wieder in die Schweiz, neue Rezepte und Anregungen holen und sein Sortiment an schmackigen Käsen aus Kuh- Ziegen- und Schafsmilch ist wirklich beeindruckend!

Chava – Ques Art

Bei Charly bleiben wir etwas länger, Irma will sich ausruhen, wir fühlen uns hier wie zuhause und ich selbst geniesse es mit Charly Rundfahrten in der Sierra zu machen, denn auch Charly ist begeisteter Motorradfahrer, also seine BMW 1150Adventure und mein Töfli zeitig am Morgen gestartet und die kühle, frische Morgenluft der Hochebene um die Ohren pfeifen lassen!

Diese Touren sind einfach ein MUSS! Super ausgebaute Strassen, wenig Verkehr, endloser blauer Himmel mit schneeweissen vereinzelten Haufenwolken, unterwegs in ein kleines Dorf, am Taco-Stand ein Birria, ein eiskaltes Bierchen, das ist das mexikanische Biker-Paradies! Kein Besuch in Charly’s Bungalows ohne massives Frühstück und zum Abendessen erstklassige Grillsteaks vom mit armdicken Ästen und aromatisch duftenden Holzscheiten befeuertem Grill. Von den Tequilas und Bierchen, die man dazu braucht, gar nicht zu reden! Charly’s kleines Bungalow-Hotel ist schon zu einem Insider-Tipp unter den „Städtern“ geworden, ein gesuchtes Ausflugsziel für’s Wochenende oder auch für Familienfeiern. Aber auch die Biker-Community, selbst Gruppen seiner Freunde  aus der Schweiz, steuern ihn an. Und Charly organisiert dann für die Tequila-Liebhaber Touren durch die grossen Produzenten wie z.B. 7 Leguas, Don Julio, Don Quiote, Espolon, Puro Sangre etc., deren Inhaber er alle persönlich kennt, und für die Naturliebhaber gibt es Tipps für die besten Motorrad-Touren.

Gestüt in Santa Elena, Jalisco

Es wird Zeit für die Rückfahrt nach Puerto Vallarta. Gute 400 km wären es, aber wir legen noch einen Zwischenstopp bei einem alten Freund, Julio Cabrera, ein.

Nur 60 km von Vallarta entfernt, im Vorgebirge der Sierra Madre liegt das kleine Städtchen Mascota, ein sehr beliebtes Ausflugsziel für die Leute von der Küste. Etwas ausserhalb Mascotas, fast versteckt an einem Berghang gelegen, findet man Yerbabuena , ein kleines, unbedeutendes 350-Seelen Dorf an einem kleinen See gelegen, in dem man nur für sich selbst und nicht für ausländische Touristen lebt.

Sierra bei Mascota

Und trotz dieser Abgeschiedenheit entdeckt man in diesem pueblo ein Schätzchen: El Santuario de la Yerbabuena. Julio und seine Frau María haben hier in dieser  friedlichen Berglandschaft ein urgemütliches, romantisches Gasthaus inmitten eines zauberhaften Gartens aufgebaut.

Julio’s Rancho bei Mascota

Julio ist seit seiner Jugend blind. Eine ungebrochene Liebe zum Leben und zur Musik macht ihn zu einem perfekten, warmherzigen Gastgeber und noch heute kann er trotz seiner Blindheit die umliegende Landschaft detailliert schildern. Und man darf sicher behaupten, dass er jede Statue, jede exotische Pflanze und selbst die mythische Stimmung des nächtlichen Gartens mit seinem Herzen sieht. Wer will, ist eingeladen zu einem Besuch in Julios und Marias  Zaubergarten:

Julio und Maria laden uns ein, am nächsten Tag noch nach Navidad zu fahren. 15 km unbefestigte Strasse führen uns auf knapp 1900 Meter Höhe, ein pueblito noch abgeschiedener als Yerbabuena, ein Dörfchen wie vor hundert Jahren in Stillstand geraten: eine Kirche, ein paar Häuser, kein Restaurant, kein Hotel, nur eine kleine Strassenküche, aber deren Inhaberin hat heute keine Zeit um für Auswärtige zu kochen. Wir respektieren das.

Julio und María, Navidad, Jalisco

Und für uns wurde es Zeit, zur letzten, kurzen Etappe aufzusatteln und zurück nachhause, nach Puerto Vallarta, zu fahren.

Drei Wochen sind wie im Fluge vergangen, 5035 Kilometer Mexiko-Tour liegen hinter uns, ich könnte jammern, denn der Urlaub ist vorbei.

Auch dieses Jahr hatten wir keinerlei Probleme unterwegs. Nicht nur im Süden, auch in der Baja und im Norden Mexikos trafen wir durchwegs freundliche, aufgeschlossene Menschen. Und wieder stellten wir fest, dass die Highways und Überlandstrassen durch faszinierende und so unterschiedliche Landschaften in Mexiko geradezu paradiesisch für Motorrad-Fahrer sind. Doch nicht nur Biker sollten sich bei einer Reise nach Mexiko ein bisschen ausserhalb der üblichen Touristen-Strandburgen umsehen, ein Abstecher in die Kolonialstädte mit ihrem unvergleichlich individuellen Kolorit ist eine Bereicherung jeder Reise. Die sehr bequemen und empfehlenswerten Frist-Class-Busse und nationalen Airlines bieten reichlich Auswahl.

Was auch immer ihr über Mexiko in der Presse lest, von Mord und Totschlag und Drogenkrieg, das trifft auf einige Grenzstädte zu den USA hin zu. Im grossen, restlichen Mexiko aber ist es wie überall: wenn Du Probleme suchst, findest Du sie auch zuhause!

Wer mehr Informationen über Motorradtouren in Mexiko möchte, kann sich gerne an mich oder Charly oder über dieses Blog an uns wenden, wir würden uns freuen.

Mehr über Mike >click  und Mike’s Homepage: Hacienda Alemana

und Mike’s Motorrad-Reise-Blog: http://toeflimike.wordpress.com/

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16 Kommentare zu “Mike und Irma on MexikoTour 2012 Teil 5

  1. Pingback: Mike und Irma on Mexiko Tour 2012 | toeflimike

  2. Pingback: Dreierschlag | Que Onda?

  3. Hallochen Irma und Mike.
    Es gibt ja Motorraeder mit Beiwagen,beim naechsten Trip nehmt Ihr mich mit.
    Tolle Reise.
    Gruesse aus Canada
    Ursula

  4. Über 5.000 Kilomter habt ihr auf eurer Tour zurück gelegt! Wahnsinn! So was liebe ich ja sehr! 🙂
    Danke für den letzten, überaus interessanten und schönen Teil eures Reiseberichts.
    ♥lichst!

    • Danke Dir, Antje. Ich komm mal schnell eben bei Dir vorbei… nee, nicht mit dem Motorrad, sondern per Internet, muss doch mal wieder gucken, was es Neues in Tanti gibt.
      GLG

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