Xul – Ein Dorf wartet auf den Weltuntergang

Ziemlich unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde in den vergangenen Jahren ein geheimnisvolles Dorf auf der Yucatan-Halbinsel mitten im Dschungel gebaut: Xul. Xúul ist ein Begriff der Mayasprache und bedeutet „das Ende“. Xul liegt in unmittelbarer Nähe einer antiken Maya-Stätte „Kiuic

Xúul, so behauptet die Sage der Maya-Profezeiung, sei der beste Platz um zu sterben, um etwas zu Ende zu bringen, das Ende von Allem.

Die Bauherren dieses versteckten Dorfes, alle angeblich italienischer Abstammung,  nennen sich als Gruppe „Quinta Essencia“,  liessen auf einer Fläche von ca. 800 ha mehr als ein Dutzend Wohnhäuser bauen in einer Ansiedlung namens „Las Aquilas“.  Keine gewöhnlichen Einfamilienhäuser: Doppelschalige Aussenmauern von 60 cm Stärke,  spezielle Versiegelungen gegen Hochwasser, gerundete Ecken, extra dicke Dachziegel die einem Brand standhalten sollen, Strahlenschutz. Maurer berichten vom Bau grosser Häuser mit 8 bis 20 Zimmern. Die Häuser seien mit unterirdischen Tunnelsystemen verbunden. Im Zentrum der Anlage stehe eine griechische Statue, wahrscheinlich Athena, umgeben von einem künstlichen Teich und je einem in der natürlichen Flora Yucatans vorkommenden Baum.

Eigene Brunnen zur Wasserversorgung seien tief gegraben worden. Treibhäuser und Felder zur Pflanzenzucht und Lebensmittelerzeugung, Orangen- und Zuckerrohrplantagen, Lagerhäuser, enorme Stromgeneratoren und Solaranlagen, ein künstlich angelegter See und weitere Einrichtungen zur autarken Selbstversorgung  seien Teil dieser geheimnisvollen Anlage.

Nur wenige Bewohner der umliegenden Ortschaften hatten Zugang. Einige Maurer und Zimmerer berichten jedoch von seltsamen Vorgängen während der Bauarbeiten: Wir durften keine Fragen stellen, z.B. warum wir Autoreifen in das Mauerwerk einmauern mussten, oder warum kugelsichere Türen eingebaut wurden. Die Architektin sagte uns was wir zu machen haben, aber auf das warum gab sie uns keine Antwort. In einer einzigen Stellungnahme sagte sie, dass sie keine Berechtigung zu Auskünften über das Bauvorhaben oder über die künftigen Bewohner habe. „Die Italiener glauben nicht, dass die Welt untergehen wird, sondern dass mit extremen Naturkatastrophen zu rechnen ist, extreme Temperaturen zwischen 45 und 50 Grad Celsius, Überschwemmungen, deshalb bauen sie diese Häuser zu ihrem eigenen Schutz“ so die Architektin Karina Pérez Valle. Und führt weiter aus, dass eine italienische Psychologin und Forscherin die Leitung des gesamten Projektes übernommen habe, diese halte sich jedoch nicht vor Ort, sondern in Veracruz zur ‚totalen Meditation‘  auf.

„Ich glaube, die wollen keinen Kontakt mit uns“ sagte der frühere Gemeindebeauftragte Santos Mario Tzek, „sie verlassen ihre Anlage kaum“.

„Man sieht, dass sie viel Geld haben müssen, weil sie so eigenartige Häuser bauen, in denen sie sich retten wollen, wenn die Welt untergeht. Aber wer weiss schon, wann das sein wird, nur Gott weiss das, und wenn die Welt untergeht, werden sie sich auch nicht retten können“ so ein Arbeiter.

Las Aquilas, Xul, Yucatan Foto von El Universal Mex

Las Aquilas, Xul, Yucatan Foto von El Universal Mex

Ergänzung:

Erinnye hat das Dorf und die Bewohner Xuls  für ein mögliches Endzeit-Szenario zum Anlass genommen und eine  absolut fesselnde  Story daraus gemacht. Filmreif! Danke, Erinnye.

Zum Artikel: Wilde Hunde von Erinnye

 

Quellen

http://www.eluniversal.com.mx/primera/35441.html

http://www.eluniversal.com.mx/estados/77617.html

http://www.abc.com.py/nota/italianos-edifican-tuneles-esperando-el-fin-del-mundo/

: http://tulumrealestate.wordpress.com/2011/03/06/en-xul-yucatan-a-corta-distancia-de-tulum-crece-la-villa-de-italianos-para-%E2%80%9Cel-fin-del-mundo%E2%80%9D/

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27 Kommentare zu “Xul – Ein Dorf wartet auf den Weltuntergang

  1. Naja, man liest ja auch von Bankern (in Europa), die Vorräte von Konserven, Medikamenten und Trinkwasser anlegen … Mit Angst fängt er an, der Untergang. Sehr spannender Artikel.

    • Danke, Lakritze.
      Die Angst für der Prophezeiung des Weltuntergangs ist übrigens ein gutes Geschäft, vor allem für Mexiko. Die Buchungen von Weltuntergangs-Touristen laufen heiss….
      LG

  2. Pingback: Wilde Hunde | erinnye

  3. Für mich hört sich das auch sehr nach einer Glaubensgemeinschaft an. Interessant ist die Architektur der Gebäude. Die meisten Außenkanten der Häuser sind abgerundet. Fließendes könnte so ungehinderter vorbei. Schräg, aber interessant!

  4. Und warum wollen die Italiener ausgerechnet in Mexiko überleben? Ich meine könnten die das nicht auch in Italien? Da macht doch jemand aus Sch… Geld, oder?

  5. schrecklich, beängstigend! auch das man keine weiteren informationen bekommt – sehr merkwürdig. düstere sience fiction.
    liebe grüße, wieder aus der sonne 🙂

    • Meinst Du, die leben in so einer Art Sciene Fiction Kunstwelt?
      An irgendetwas Schreckliches, Düsteres, werden sie wohl glauben, sonst bräuchte es diesen Aufwand nicht.
      Gruss nach Argentina!

  6. Das ist ja echter Romanstoff. Sehr geheimnisvoll. Auch dass es anscheinend alles Italienischstämmige sind. Vielleicht denken die Erbauer aber auch nur an die fortschreitende Klimawandlung? Obwohl, der Name des Dorfes spricht ja eigentlich für sich.

    • Sie sind angeblich alle aus Norditalien. Und nach der einzig verfügbaren Aussage, glauben sie an einen extremen Klimawandel in allernächster Zukunft. Man könnte aber auch sektenähnliche Züge herauslesen. Seltsam ist nur, dass sie sich massiv abschotten. Das Gelände ist absolut unzugänglich für Aussenstehende.

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