Wir nannten ihn Karussell-Toni

Gestern abend verabschiedeten wir uns von ihm. Für immer. Ich kann nicht behaupten, der Abschied wäre mir schwer gefallen. Naja, manchmal fanden wir ihn recht lustig. Richtig artikulieren konnte er sich nicht, eher schon war es ein Krakeelen, ein ‚ckckck‘ das er von sich gab. Je öfter er dieses ckckckck‘ verlauten liess, umsomehr, so wusste man, war er aufgeregt. Fühlte seine Ruhe, seine Domäne gestört.

Ich will auch gar nicht vortäuschen, dass mir Toni nie auf die Nerven ging. Und wie er das tat! Stell  Dir mal vor, da haust  jemand über Deinem Kopf und lässt mit einer unglaublichen Zuverlässigkeit Nacht für Nacht seine kleinen ‚Hinterlassenschaften‘ fallen!  Und genau das war es, was mir Karussell-Toni seit Monaten antat! Komme ich morgens mit meinem Kaffee auf die Verandah, will mich auf’s Sofa setzen und in Ruhe meine letzten Schlucke Kaffee mit der ersten Zigarette des Tages geniessen und stelle fest: Toni  hat’s wieder gemacht!

Gestern fiel er unerwartet und überraschend den für Oktober ziemlich heftigen Temperaturen zum Opfer: 32 Grad um 17.30 Uhr.  Um diese Zeit nämlich begann Don Vallartinito den Grill anzuheizen. Die Sonne brannte noch unerbärmlich, kein Lufthauch brachte Kühlung. Und so schaltete Vallartina, als der Rauch dicht und grau aus dem Abzugsrohr des BBQ-Ungeheuers quoll, die  Deckenventilatoren  der Verandah auf vollste Stufe ein.

Platsch! Karussell-Toni schlief wohl mal wieder auf den Rotorblättern des Ventilators, der just über dem Esstisch der Verandah hängt. Es ist durchaus nicht das erste Mal, dass Karussell-Toni im relaxten Schlaf überrascht und irgendwo hin geschleudert wurde – daher ja auch sein Name. Aber! Landete er bislang irgendwo auf dem Pflaster der Verandah oder unterhalb auf der Terrasse, diesmal klatschte er mitten auf der Glasplatte des Esstisches der Verdandah auf! Das war absolut  zuviel!

Ein unscharfes Abschiedsfoto während er noch im Schleudertrauma lag, schnell in ein, zwei Lagen Haushaltspapier gezwängt und ab ging es, weit genug weg, in eine Baustelle, die noch lange sein Zuhause sein kann: Karussell-Toni wurde zwangsgeräumt! Adios, Gecko!

Karrussel-Toni

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19 Kommentare zu “Wir nannten ihn Karussell-Toni

  1. toll,wieder was gelernt, denn bis jetzt war ich den geckos gegenüber aufgeschlossen, nur meine frau bekommt zustände wenn einer drin im haus ist, an die hinterlassenschaften habe ich bis jetzt nie gedacht.
    werde in zukunft dies bedenken, und meine neutrale haltung zu geckos revidieren

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