Mascota

Von der Pazifik-Küste kommend führt die gewundene Strasse die Berghänge entlang, über tiefe, enge Schluchten, durch dicht stehende Wälder von Schwarzkiefern und enormen Laubbäumen, selbst Eichen,  und gibt manchmal einen kurzen Augenblick lang den Blick frei auf Hochtäler und Bergmassive, die  selbst um die heisse Mittagszeit den Eindruck eines dunklen, mystischen Nebelwaldes vermitteln. Abrupt öffnet sich die Landschaft und gibt des Blick auf  das ausgedehnte Hochtal (1200 m/üM) um Mascota frei.

Amaxacotlán Mazacotla,

‚Ort der Hirsche und Schlangen‘ nannten die Tecos, ein den Tolteken verwandter Stamm,  ihren Siedlungsplatz, der etwa 20 km nordöstlich vom heutigen Mascota entfernt  lag. Wenig ist über sie bekannt, jedoch gibt es einige archäologische Funde im Tal von Mascota. In den ranchos El Embocadero, Los Coamajales  und El Pantano wurden bei Ausgrabungen Ende der 1990er Jahre  durch Joseph B. Mountjoy Tongefässe, Steinwerkzeuge, menschliche und tierische Knochen und Zähne und schliesslich auch intakte Schachtgräber  freigelegt, die auf eine Besiedlung seit etwa  1000 bis 850 v.Chr. schliessen lassen. (Bilder zum Vergrössern anklicken)

Quelle (engl.) mit vielen Details und weiteren Fotos der Grabungen: Mountjoy/FAMSI

Das Leben der dort ansässigen Indígenos änderte sich schlagartig, als 1525 Francisco Cortés de San Buenaventura, im Auftrag von Hernán Cortés, das Mascota-Tal erreichte. Die Eingeborenen rebellierten zwar 10 Jahre nach der Conquista, wurden sie doch von einem Ende des Hochtals zum anderen umgesiedelt, ihre Häuser zerstört. Die Besiedlung durch die Konquistadoren begann. Bald schon gehörte fast das ganze Hochtal dem Orden der Augustiner.

Erst nach der Unabhängigkeits-Erklärung, im Jahre 1815, wurde im plenum  beschlossen, das Gebiet zu verkaufen. Dem jungen  Spanier Francisco Guzmán wurde das Gelände zugeschlagen, er schenkte jedoch der Bevölkerung 5 Hektar, die ergiebige Silbermine San Juan Nepomuceno blieb in seinem Privatbesitz.

Mascota verdankte  seinen Wohlstand zum Grossteil den Gold- und  Silberminen, die heute weitgehend ausgebeutet sind,  aber auch Vorkommen von Blei, Zink, Quecksilber und nicht zuletzt den dort vorkommenden Hölzern.

Heute ist Mascota wohl das, was man ein pitoreskes Städtchen nennt, glücklicherweise stehen noch keine Hotelburgen, keine All-Inklusive-Resorts. Von Puerto Vallarta aus mit dem Auto, per Bus  aber auch mit einem kleinen Flugzeug erreichbar (Achtung: Grasstrip-Landung!)

Mascota, Jalisco, Mx. by vallartina

Mascota, Hexenhaus by vallartina

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18 Kommentare zu “Mascota

  1. Pingback: Mike und Irma on MexikoTour 2012 Teil 5 | Que Onda?

  2. Wie schön deine Bilder wieder sind! Die eine Figur sieht aus, wie das Eichhörnchen, das in meinem Garten rum wuselt… ich meine schon … *g*

    Viele liebe Grüße!

  3. Danke für deinen sehr interessanten Bericht und die schönen Fotos! 😀
    Als Kind und Jugendliche habe ich mich sehr auch für die mittelamerikanische Geschichte interessiert. Und mein Vater und ich sind große Fans richtig schöner Mariachi-Musik gewesen.
    Herzliche Grüße!

  4. jeder bericht von dir, zeigt mir, das ich dringends mal abseits der allgemeinen routen in mexico fahren muss, mal sehen, brauche auch eine kiefer demnächst.

    • Ganz lieben Dank für den See mitsamt Boot, Clara!
      Habe die beiden Bilder nochmals neu nachgeladen, aber ich bekomme sie nun doppelt: einmal unten, wie geplant, und zum anderen in der Galerie. Nanu?
      Schönes Wochenende nach Berlin!!!

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