Laguna Encantada – der See der Hexer

Die Stadt Catemaco im Bundesland Veracruz ist bekannt für ihre Hexer, die brujas,  für Heiler, curanderos, und  Schamanen. Man sagt ihnen ganz besondere Zauber- oder Hexenkräfte nach.  Hexer brauchen aber wahrscheinlich auch eine bestimmte, mystische  Umgebung um ihre okkulten Mächte voll zur Entfaltung bringen zu können.

Der See  Laguna Encantada (verzauberter Teich/See) nahe Catemaco  ist tatsächlich verzaubert, mystisch, verhext. Ob zuerst der See verhext war und dann die Hexer sich dort angesiedelt haben, oder ob die Brujas ihn erst verhext haben – wer weiss das schon.  Dem Vulkankratersee, der beinahe perfekt rund ist, wird nachgesagt, dass er bodenlos tief sei. Tatsächlich ist seine Tiefe nicht bekannt, sein Durchmesser ist ca. 670 Meter.

Laguna Encantada, Tuxtla Mx

Alte Sagen und Legenden ranken sich um die Laguna Encantada:

In den Zeiten der frühen Pibil Stämmen gab es oft lange Dürrezeiten, Trinkwasser wurde bedrohlich knapp, so knapp, dass sich vor langer Zeit die Tochter eines Stammeshäuptlings opferte um ihr Volk vor einer schlimmen Dürrezeit zu bewahren: sie stürzte sich in das versiegende Wasser des Sees. Damals nannte man den See noch ‚yanbigapan‘, d.h. über das neue Wasser.

Ein plötzliches, massives Fischsterben im See soll alle paar Jahrzehnte auftreten für welches sicher die Brujas und Schamanen eine Erklärung haben.

In der Höhle Cueva del Diablo (Teufelshöhle) zelebrieren die Hexer jeden ersten Freitag im März um Mitternacht ihren Hexensabbat  mit satanischen Ritualen.

Cueva del Diablo

Die Brujas behaupten, die Höhle, deren Eingang etwa 3,5 Meter breit ist, sich dann verjüngt und schliesslich sich zu einer düsteren Kammer weitet,  würde 12 Kilometer tief in die Erde führen und der  unterirdische Zugang in den Vulkan San Martín in der Sierra  Tuxtla sein.  Ob dies schon mal ein Bruja versucht hat ?

Aber ein unglaubliches Phänomen im besonderen liess den See für die Hexer aussergewöhnlich  magisch werden:

In den Monaten der Regenzeit senkte sich der Wasserspiegel beträchtlich, in den trockenen, regenfreien Monaten jedoch füllte  sich der See wieder! Wenn das kein Hexenzauber war?

Die Erklärung der Geologen allerdings ist relativ nüchtern: dieses Phänomen hatte mit hydrostatischen Druckverhältnissen zu tun.  Allerdings durchbrach im Jahre 1939 der See sein Ufer, riss eine Spalte in die Kraterwand. Der Wasserspiegel senkte sich sturzartig um rund 4 Meter und überflutete umliegende Dörfer. Das Phänomen der stark steigenden und fallenden Wasserspiegel ist seitdem verschwunden, der Bruch im Fels, Arroyo Seco, verbindet die Laguna Encantada jetzt durch einen Fluss mit den Eyipantla Wasserfällen.

In den Wäldern von Catemaco und Tuxtla wurde übrigens u.a. der Mel Gibson Film Apocalypto (2006) gedreht, eine Geschichte aus der Maya-Zeit mit beeindruckenden teils wuchtigen Bildern und Szenen, absolut empfehlenswert. Hier der Trailer

Weitere schöne und umfassende Fotos >click

Homepage der Stadt Catemaco (span.) >click

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12 Kommentare zu “Laguna Encantada – der See der Hexer

  1. Wieder einmal eine Wow-Geschichte mit Gänsehautfeeling! Ich mag es einfach, wie du diese Geschichten und Sagen erzählst. Danke dir, für’s Mitnehmen!

    Viele liebe Grüße!

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