Propina – Trinkgeld bei Kartenzahlung

Gutes Essen und angenehmer Service sollte belohnt werden, dafür gibt man Trinkgeld, sprich: propina. 10 % des Rechnungsbetrages sind  hier an der Pazifik- Küste üblich. Soweit alles klar.

Aber: bevor man besagte propina ins Schälchen legt, sollte man schon die Speisekarte bis ganz unten lesen, denn erst dort erfährt man (meist aber nicht immer) ob Trinkgeld und Steuern (impuestos) bereits in den aufgelisteten Preisen enthalten sind oder nicht.

Bei Debit-/Kreditkarten-Zahlung sollte man jedoch noch aufmerksamer sein und den Abrechnungs-Voucher besonders ins Visier nehmen!

Manche Restaurants legen den einfachen Abrechnungsbeleg vor, auf dem nur die Endsumme gedruckt ist. Keine Verwirrung, kein Problem.

Andere bringen einen Beleg „PREVENTA“ heisst also, die (vorläufige) Buchung ist im System aber noch nicht abgeschlossen. Die Bezeichnung ‚Preventa‘  findet man oben auf dem Zettel direkt unter dem Namen der abwickelnden Bank.

Bei dieser Art Abrechnung sollte man beim Ober nachfragen ob Trinkgeld bereits enthalten ist.  Falls Trinkgeld inkludiert war, empfehle ich, die Linie bei  ‚PROPINA‘  unbedingt zu entwerten, sprich Striche oder Nullen reinschreiben und unbedingt den Betrag des „Consumo‘ in der Zeile ‚Total‘ einzusetzen, erst dann die Unterschrift.  Es sei denn, man möchte gerne mehr geben.

Steht in der Speisekarte ‚propina no includia‘ also Trinkgeld nicht beinhaltet,  geht es bei dem „Preventa“  Beleg nun darum, ob das Trinkgeld in die Karten-Zahlung inkludiert oder in bar bezahlt werden soll. Weiter unten auf dem Voucher liest sich das z.B. so:

Consumo   $  1,000.00

Propina $ _________

TOTAL $ __________

.

War kein Trinkgeld in den Preisen der Speisekarte beinhaltet, kann man bei ‚Propina‘ die üblichen 10 % oder mehr (oder weniger oder 0,00) einsetzen und unbedingt ebenfalls den resultierenden Gesamtbetrag bei ‚Total‘ auf die entsprechende Linie setzen.

Lässt man sowohl den Propina-Betrag als auch den Total-Betrag offen, gibt man dem Personal/Inhaber des Restaurants die Möglichkeit, selbst das übliche Trinkgeld (oder ggf. aus Versehen?!  mehr…) einzutragen und abzubuchen. Die Überraschung kommt dann bei Durchsicht des Kontoauszuges, denn da stimmt dann die Summe des einbehaltenen Vouchers nicht mit der tatsächlichen, höheren Abbuchung überein.

Gibt man das Trinkgeld in bar, sollte die Zeile Propina ebenfalls entwertet und die Endsumme Total  einsetzt werden.

Es gibt aber auch Restaurants, die „POSTPROPINA“ also ‚Trinkgeld inklusive‘ Vouchers an den Tisch bringen. Postpropina bedeutet, Service/Trinkgeld ist im Abrechnungspreis inkludiert. Trotzdem hat der Gast die Möglichkeit, auf den Vouchers nochmals ein Trinkgeld einzusetzen. Auch hier empfehle ich um evtl. nachträglichen Ärger/Mehrabrechnung vorzubeugen, die Zeile ‚propina‘ entweder zu entwerten und den Rechnungsbetrag ‚Consumo‘ in die unterste Zeile nochmals einzusetzen. War man als Gast so zufrieden, dass man mehr als das übliche Trinkgeld geben möchte, setzt man eben den entsprechenden Trinkgeldbetrag ein, addiert auf und schreibt die Endsumme ein.

Natürlich kann man das Trinkgeld in Bar geben, jedoch auch hier empfehle ich, die Zeile ‚propina‘ mit mehreren Strichen zu entwerten und unbedingt den Rechnungsbetrag aus ‚consumo‘ in die ‚total‘-Zeile einzutragen.

Vorbeugen ist besser als ärgern!

Warum schreibe ich das so ausführlich?:  Neues Restaurant ausprobiert, mit Karte bezahlt, zu faul/unaufmerksam um ein, zwei Striche und vier Ziffern zu schreiben, Trinkgeld (10 %) bar gegeben, am nächsten Morgen erstaunt im Kontoauszug gelesen, dass ich zusätzlich zu den freiwillig gegebenen 10 % noch 20 % propina per Karte geprotzt hatte! 30 % Trinkgeld ist satt! In diesem Restaurant wären sie nie und nimmer angebracht gewesen. Der Betrag dieser 30 % wären dort Vorspeise und Hauptspeise und 1, 2 Getränke für eine weitere Person wert gewesen! Also: Papierkrieg bei der Bank um die Rückerstattung einzufordern – die ich in etwa 14 Tagen bekommen werde. Meldung bei der Verbraucherzentrale, auf Anzeige wg. Betrugs verzichtet. Grün und blau geärgert. Selber schuld.

Nicht nur Gänse werden gerupft!

Advertisements

6 Kommentare zu “Propina – Trinkgeld bei Kartenzahlung

  1. Aber jetzt mal Ehrlich, in Deutschland steht auch auf den Speisekarten, dass der Service abgegolten ist und warum müssen dann so viele Servicekräfte immernoch für 5-7 Euro arbeiten? Der Chef gibt einem kein Tip, das kann ich mir in anderen Ländern auch vorstellen. Das da geklaut wird ist natürlich nicht ok, das passiert leider auch hierzulande. Ich kenne jemanden der wegen sowas gekündigt wurde.

  2. Oh ja, liebe Vallartina, auf die Sache mit dem Trinkgeld bin ich auch schon mal hereingefallen. Da ich vorher die Speisekarte nicht gründlich bis zum Ende durchlas, legte ich der erwartungsvoll ( so schien es mir) neben dem Tisch stehenden Service-Dame 10% in Dollars auf den Tisch, die aber, wie ich anschliessend las, bereits mit 15% im ausgedruckten Preis enthalten waren. Tja, das war ich dann ebenfalls selbst schuld.
    LG von Rosie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s