Papierstapel und Warteschlangen: Aus- und Einwanderer’s Pflicht

Alle Jahre wieder steht der Besuch bei der Einwanderungsbehörde (in Mexiko kurz ‚Migra‘ betitelt) an. Will man ordnungsgemäss seinen Aufenthalt als Ausländer verlängern, führt kein Weg am Papierkram vorbei. Dieses Jahr steht für mich die 3. Verlängerung an – was mir zum einen vor Augen führte, dass ich seit gestern genau 3 Jahre hier lebe, andererseits mich daran erinnerte, ein paar Kilo Kopierpapier und neue Druckerpatronen zu kaufen; die einzureichenden Kopien waren bisher zentimeterhohe Stapel pro Kopf!

Mental also die dicke Haut angezogen, suchte ich bei der Migra online nach evtl. Vorhandenen download-fähigen Formularen und – huch! Alles neu in diesem Jahr:

Seit einigen Monaten schon muss man vor dem ersten Schlangestehen das Antragsformular online ausfüllen und somit seinen Antrag auf Erstausstellung oder Verlängerung registrieren. Diese Registrierung druckt man aus. Soweit, so schön. Wenn man soviel spanisch spricht, um den Anweisungen auf dieser Seite folgen zu können. Die Seiten bei www.inm.gob.mx bieten zwar die Einstiegsseiten in Englisch an, jedoch wird man automatisch für die ‚tramites‘ (Anträge) auf die spanischen Seiten weitergeleitet.

Meine online-Registrierung klappte, also ging’s damit zum Migra-Büro. Nach einer guten halben Stunde Warteschlange erklärte mir also mein Migra-Berater was ich so noch brauche:

1 Kopie der Passseite mit Lichtbild und gegenüberliegende Seite (nicht mehr wie früher alle, also auch die leeren Seiten des Passes)

1 Formato Basico (Grundformular) vom Büro ausgehändigt, jedoch online nicht verfügbar. Hier sind die persönlichen Daten, auch Angaben zu Körpergrösse, Gewicht, Beruf, Fachgebiet und Rasse (sic!) einzutragen

1 Bestätigungsschreiben an die Migra (ebenfalls als Vordruck zum Ausfüllen ausgehändigt) in welchem der Antragssteller bestätigt, dass sich an seinen Einkommensverhältnissen im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert habe.

5 kleine Passfotos (Front und Profil) – wunderbarer Weise sind neben jedem Migrabüro Fotoshops (und Kopiershops) vorhanden

1 Zahlungsformular für die Bank zur Einzahlung der Verlängerungsgebühren, die dieses Jahr bei 1294 Pesos liegen.

Sonst nichts. Nix! Keine Stromrechnung, Telefonrechnung, Bankauszüge.

So, die restlichen Formulare ausgefüllt, die Haare beim Fotographen schön gemacht, ging’s in die Bank – Schlange vor den Schaltern, knapp eine Stunde gewartet, gezahlt, zurück zur Migra, wieder etwa 15 Minuten anstehen. Formulare gecheckt, Stempel drauf, Eingangsbestätigung erhalten und: Auf wiedersehen in zwei Wochen! Dann nämlich, wenn ich online auf meiner persönlichen Bearbeitungsseite lesen kann, dass mein FM-Visum abholbereit im Migra-Büro vorliegt. Und dann werde ich endlich eine Aufenthaltsgenehmigung im Scheckkarten-Format bekommen anstelle des unförmigen Pass-Heftchens, das eh schon reichlich zerfleddert ist.

Nachtrag:

Bereits 9 Tage nach Antragstellung Bescheid erhalten, dass die Bearbeitung abgeschlossen sei, ich mein Visum abholen könne. Das wollte ich heute auch erledigen. Ging fast problemlos vor sich, aber beim Plastifizieren meines neuen Aufenthaltskärtchens war wohl die Maschine überhitzt: das Kärtchen war halb verschmort. Morgen, ja mañana, da klappt das auch bestimmt mit dem Einschweissen, meint mein Lieblings-Migra-Bearbeiter.

 

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