2012 – die Maya waren es nicht!

Die Maya haben nie behauptet, dass im 2012 die Welt untergehen wird!“

stellte kürzlich der Epigraph des Instituto Nacional de Antropología, Mexico (INAH), Carlos Pallán Gayol in einem Interview noch einmal fest: „Die antiken Mayas haben in keinem Ihrer Texte geschrieben, dass 2012 das Ende der Welt bedeutet, ausserdem haben sie Daten angegeben, die weit nach diesem Jahr, also nach 2012, liegen.“

Er führt diese Weltuntergangstheorie auf  diverse esoterische Veröffentlichungen in den 1970er Jahren zurück, die das Ende der Zivilisation aus dem 13. B’ak’tun Zyklus der Langen Zählung des Maya-Kalenders gelesen haben wollen, dieses Maya Datum entspräche dem 21. Dezember 2012. Er stellt aber auch gleich fest, dass entsprechend der Korrelation GMT+2 (Goodman-Martínez-Thompson plus 2 Tage), dieses Maya-Datum dem 23. und nicht dem 21. Dezember 2012 des Gregorianischen Kalenders entspricht.

Pallán gibt weiter an, dass in den bis dato etwa 15000 registrierten Texten

Comalcalco, Teilansicht

die in den Maya-Gebieten gefunden und registriert wurden, bei nur 2 Inschriften das Jahr 2012 erwähnt wurde:  Im Monument 6 in Tortuguero und in einem Fragment, das in Comalcalco, beide in Tabasco gelegen, gefunden wurde. Für Pallán ist es jedoch wichtig, diese archäologischen Zeugnisse im Kontext zu sehen: Die Inschrift in Tortuguero bezieht sich auf ein zeitgenössisches Datum für jene, die das Monument im 7. Jhd. V.Ch. bauten, und plötzlich, im Hieroglyphen Text, wendet man eine Zahl für eine Zeitspanne an, die uns 13 Jahrhunderte vorwärts bringt, zum 21. Dezember 2012.

Was sagt also das Monument 6 soll an diesem Datum passieren? Explizit sagt es uns, dass eine Periode enden wird. Die Mayas haben das Ende jeder Periode, Kalenderzyklus, ähnlich gefeiert wie wir heute Jahrestage, 5-jährige, 10-jährige, 100-jährige Wiederkehr eines bestimmten Ereignisses feiern, aber es bedeutet nicht, dass an diesem Tag die Welt untergehen wird. Im Gegensatz zur modernen Gesellschaft war für die alten Maya Zeit keineswegs etwas Abstraktes. Zeit war aus Zyklen geformt die bisweilen so konkret waren, dass sie Namen hatten und durch Wesen dargestellt wurden, z.B. der Zyklus von 400 Jahren wurde durch einen mythischen Vogel dargestellt.

Die Maya waren von der Zeitrechnung fasziniert, und sie waren sehr bedacht, die richtigen Rituale einzuhalten um sicherzustellen, dass der kommende Kalenderzyklus günstig, ihren Bedürfnissen positiv gestimmt sein würde. Im Falle des Jahres 2012 kann eine gewisse Betonung oder Aufmerksamkeit festgestellt werden, da trotz der zu Maya-Zeiten noch langen Zeitspanne, im Jahre 2012  ein Kalenderzyklus abgeschlossen werden wird. Dies war wohl der Ausgangspunkt für die Fehlauslegung.

Manchmal wurden so absurde Dinge erzählt, wie z.B. dass die alten Mayas nicht über diesen Zyklus hinausrechnen konnten, oder dass mit dem 13. Baktun die Zeit stehenbleibt. Die Maya verwendeten gigantische Zyklen, bis hin zu tausenden von Millionen von Jahren in der Langen Zählung, was aber auch für andere mesoamerikanische Kulturen gilt, wie z.B. die Istmeña oder die Mixe-Zoque.

Ausschlaggebend ist und bleibt jedoch, dass die Maya nie erwähnten, die Welt werde untergehen, noch die Zeit stehen bleiben wird.

Pallán erklärt: Die Inschrift auf Monument 6 in Tortuguero ist sehr kurz und besagt ganz einfach, dass wenn das 13. B’ak’tun erfüllt ist (am 23.12.2012), steigt Bolon Yokte’K’u, der Gott –oder Götter- der Neun Pfeiler vom Himmel herunter. Dies darf man aber keineswegs als ein katastrophales Ereignis interpretieren. Schliesslich rechneten die Maya noch Ereignisse weit nach diesem Datum in der Zukunft aus, wie z.B. im Templo de las Inscripciones in Palenque Daten und Aufzeichnungen bis zum Jahr 4772 zu sehen sind.

 

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6 Kommentare zu “2012 – die Maya waren es nicht!

  1. hallo tina, dieser artikel erscheint seit gestern in meinem blogroll 😉
    interessant und inzwischen, glaube ich, wurde erkannt, daß alles panikmache war.
    liebe grüße

  2. Ist doch irgendwie logisch: Wenn das 13. B’ak’tun erfüllt ist, fängt ganz einfach das 14. B’ak’tun an. Ohne Offenbarung, Armageddon, End of Times oder jüngstes Gericht.

    • Naja, nicht ganz. 13.0.0.0.0. ist einfach Ende einer Periode, aber dann fängt die neue Zeitrechnung wieder bei NULL, also 14.o.o usw. an! Aber ja! es beginnt einfach eine neue Zeit! Ich verstehe das total: für mich begann mit jedem neuen Land einfach eine neue Zeit! Punkt.
      Grüsse aus Huichol-Land, geschrieben am 12.19.17.9.16 4 Cib 9 Xul ( Maya)

      V.}
      Jedes Ende ist der Anfang von etwas Neuem!

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