Abarrotes – Tante Emma Laden

Es gibt nicht mehr viele dieser kleinen familiär betriebenen Läden in Vallarta, auch in anderen Städten kämpfen sie einen beinahe aussichtslosen Kampf gegen Oxxo und diverse Supermärkte. Aber jetzt will man ihnen unter die Arme greifen. Das finde ich gut, denn gerade diese kleinen, mit unterschiedlichsten Waren vollgestopften Läden sind nicht nur eine Bereicherung des Stadtbildes. In vielen Vororten und kleineren Ortschaften in der Bahía sind sie wichtig für die Versorgung all derer, die kein oder nur gelegentlich ein Auto zur Verfügung haben. Die ‚abarrotes‘ sind ausserdem ein wichtiger Treffpunkt, allen Ratsch und Klatsch des Dorfes zu hören und zu verbreiten, also gesellschaftlich sehr relevant!

SEPROE, eine Abteilung für Wirtschaftsförderung in Jalisco will nun aus diesen Tante-Emma-Läden in einem 12-Stunden-Programm „Mi tienda“ (mein Laden) moderne und konkurrenzfähige Geschäfte machen. In dieser kurzen Zeitspanne soll es „Instruktionen“ für die Ladeninhaber und eine Volldiagnose zur individuellen Lage des einzelnen Geschäftes geben sowie Beratungsgespräche.

Schätzungsweise gibt es um die 30.000 solcher kleinen Geschäfte in Jalisco. Teilnehmen können die Lädchen aber nur an diesem Programm, für das sie selbst 300 Pesos zu zahlen haben, Seproe trägt die restlichen Kosten (ca. 8000 Pesos), wenn sie seit zwei Jahren bestehen und vor allem Steuern bezahlt haben! In Puerto Vallarta, sowie Arandas und Tlaquepaque startet in Kürze der Probelauf dieser Massnahme.

Ob Tante Emma da geholfen wird? Viel Glück!

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3 Kommentare zu “Abarrotes – Tante Emma Laden

  1. Entschuldigung, aber wenn die tienditas zu „modernen und konkurrenzfähigen Geschäften“ getrimmt werden sollen, gegen wen konkurrieren die dann?
    Na gegen OXXO, Seven-Eleven und die Supermärkte.
    Und wie werden diese Läden dann aussehen? Na irgendwie wie OXXOs und Seven-Elevens .
    Diese „tienditas de la esquina“ bedienen eine Nische und brauchen und können meiner Meinung nach nicht konkurrieren. Sie sind eine Klasse für sich, vor allem eben eine Steuerklasse für sich:
    Steuerklasse 0.
    Die zahlen meistens gar keine Steuern. Das zu ändern ist vielleicht der tiefere Sinn dieses „Programms“, das wie so viele der Regierungen eher der Logik „potemkinsche Dörfer“ folgt.

    • Da hab ich wenig Bedenken: die abarrotes werden kaum zu tode gemanagt werden: was glaubst Du wieviele Kleinstladenbesitzer bereit sind 300 Pesos zu bezahlen, damit ihnen jemand ins Handwerk plaudert…

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