Hängengeblieben in Mexiko

In den 70er Jahren fand Mike, dass man sich mal umschauen müsste, was Neues machen, raus aus dem Trott! Er fand sich in Ibiza wieder, damals schon ein hippes Plätzchen aber noch nicht so überlaufen wie heute.

In Ibiza fand er seine neue Perspektive in Form einer Strandkneipe. Klar, er musste ranklotzen, lernen, vor allem die Sprache, die neue Mentalität; arbeiten bei verdammt schwülen Temperaturen und zu gewerkschaftswidrigen Arbeitszeiten. 6 Jahre später lief der Laden wie geschmiert, Mike legte sich in Laufe dieser Jahre ein Finanzpolster zu, alles war bestens.

Bis zu dem Tag, an dem er zur Ansicht kam, dass so eine Insel ja nicht gerade der Nabel der Welt sei, und woanders die Mütter auch hübsche Töchter hätten. Die Goldgrube wurde verkauft und ein Ticket nach Los Angeles, USA gekauft.

In Californien legte er sich ein Auto zu, fuhr 5 Monate lange kreuz und quer durch die Staaten, bis er sagte:  „Mensch, ist ja alles super hier! Aber leben will ich hier nicht!“

Mike setzte sich ins Auto, fuhr Richtung Süden, er wollte nach Brasilien. Er kreuzte durch Mexico, landete schliesslich Anfang der 80er Jahre in Cancun. Und stoppte seine Brasilien-Pläne. Ein paar Monate später stand er wieder als Chef in einer Strandkneipe, eben in Cancun. Alles lief bestens, aber als sich Anfang der 90er Jahre die Hotel-Zone beträchtlich ausweitete, stiegen Mieten, Pacht, Grundstückspreise. Mike fand das alles zu teuer, und verabschiedete sich von Cancun. Nächste Stationen:  San Miguel de Allende und Puerto Escondido. Dort eröffnet er wieder „seine Kneipe“ mit einem Kumpel, wie er sagt.

1994/95 landet er schliesslich in Puerto Vallarta. Anfangs pachtet er ein kleines Hotel. Später eröffnet er noch ein Restaurant direkt am Los Muertos Beach, das Langostinos. Im Jahr 2000 kauft er eine Immobilie in der Südstadt, baut ein eigenes Hotel mit Restaurant, die Hacienda Alemana.

In Puerto Vallarta will er bleiben. Auch Mike Pohl hat seinen Platz gefunden, an der Seite seiner hübschen Frau hat er sich in PV etabliert. Die Geschäfte laufen bestens, kein Wunder, er kümmert sich täglich um seinen Betrieb, seine Stammkundschaft aus P. Vallarta, USA, Canada und Europa, schätzt seine deutsche, bodenständige Küche, sein Hotel ist ein Insider-Tipp, nicht nur für deutsche Urlauber, sondern auch für internationale Gäste.

Hacienda Alemana, Puerto Vallarta

Vor wenigen Wochen hat er das Restaurant Langostinos am Los Muertos Beach verkauft, das seine Frau bestens führte, aber Arbeitszeiten von 7.00 Uhr morgens bis 23.00 Uhr verlangen Tribut! Nun hat die Señora de Mike mehr Zeit für Mike Jun., Mike selbst kann in der Hacienda Alemana gelegentlich mal etwas kürzer treten und ab und an sich auf seine Maschine schmeissen und die Küstenstrasse entlangbrettern oder durch die Sierra röhren.

Ich gönne es ihm, er ist ein guter Typ!

Advertisements

3 Kommentare zu “Hängengeblieben in Mexiko

  1. Pingback: Mike und Irma on MexikoTour 2012 Teil 5 | Que Onda?

  2. Pingback: 4000 km Harley-Davison-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 1 « Que Onda?

  3. diese Geschichte ist wieder mal ein gutes Beispiel dass man selber seines Glueckes Schmied ist, wenn man WILL …..

    Viele Leute suchen einfach nur ihre (kleine) Sicherheit u. bleiben dann im sehr begrenzten Kreis darin haengen, andere vertrauen nur sich selbst, das Leben wird zu einem interessanten Film wo sie veruchen ihr eigener Regisseur zu bleiben. Nicht immer einfach, aber man beisst sich durch Situationen u. wird immer staerker, neue Situationen werden immer interessanter …. Trotzdem endet auch sowas schliesslich in „Alltaegliches“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s