Nippon-Mexico-Connection

Freitag Feierabend-Verkehr. Mit Freunden und in Vorfreude auf einen schönen Abend und gutes Essen im Auto unterwegs zum Lieblings-Restaurant in der Altstadt. Nach einer Stunde und einem Viertel der Strecke: Stau.  Nach 1 ½ Stunden immer noch weit weg von Essen oder einem Corona: pures Chaos. Vallarta Downtown ist nicht erreichbar. Bleibt nur: irgendeine befahrbare Strasse, ein neues Restaurant-Ziel suchen. Und dann, Magen knurrt, Mund trocken, ein Neubaugebiet in Nuevo Vallarta:  „Nick-San Restaurant“.

Japanisch. Neu. Modern. Riesige Sonnenschirme. Tische eingedeckt auf einer Terrasse an einem Teich mit Wasserspiel. Vollbremsung. Zwei Minuten später wurden wir von aufmerksamen Personal umsorgt, der erste gut gekühlte Schluck Corona beruhigte die frustrierten Nerven ein wenig, der erste Blick über die Speisekarte, ein Kellner, der uns die Speisen erklärte, Menue-Vorschläge unterbreitete versöhnte mich (ein bisschen!) mit den Verkehrs-Planern von Vallarta. Richtig neugierig wurden wir jedoch, als uns die Philosophie Nick-San’s vorgestellt und erklärt wurde, dass die Gründer-Chefs dieses Restaurants ein Mexikaner, Angel Carbajal und ein Japaner, Masajuki Niikura sind. „Fushion-Küche“ ist für mich ein Zauberwort in puncto Kochkunst. Das versprach völlig neue Gaumenfreuden. Wir wurden nicht enttäuscht. Ich liebe japanisches Essen, auch wenn ich kein Freund der üblichen Sushis bin – zu klebrig, zu pampig, zu dick und zu gross um sie mit Anstand zu essen. Und ich mag und verwende gerne Gewürze wie sie in mexikanischen Gerichten verwendet werden, Chile und Knoblauch allerdings sehr vorsichtig. Beides aufeinander abgestimmt, mit frischen Meeresfrüchten oder Fisch, in ein leichtes Gericht eingebracht ist schon etwas ganz besonderes.

Wie etwa Chili Age, Chiles gefüllt mit Krabbenfleisch und Sesam Sosse oder Sashimi Serranito, Fischstückchen vom „Fang des Tages“ mit einer leichten, luftigen Sosse gewürzt mit serrano chili.

Sashimi Black & White

Mein Highlight war jedoch die Clear Lobster Roll, tempura-gebackenes Langustenfleisch mit Avocado, Mango, Korianderblättern und feine Salatstreifen umgeben von wenig Reis, eingerollt in Sojabohnen-Papier und serviert auf einer Senf-, Curryöl-Sosse mit einem zarten Hauch von Knoblauch. So sollte Sushi sein.

Lobster Rolls

Fleisch-Liebhaber kommen mit Medaillons vom Rind, mariniert mit süssem Sake, schwarzem und roten Pfefer auf gedämpftem Reis und einer würzigen serranito-chili-Sosse voll auf ihre Kosten.

Die Wasabi-Vanille-Eiscreme zum Nachtisch bestätigte wieder einmal mehr: Das Leben kann so schön sein.

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8 Kommentare zu “Nippon-Mexico-Connection

  1. Ich finde ein gutes Abendesse in ansprechender Umgebung kann ruhig schon mal was kosten. Gerade als Abschluss eines „längeren Verhandlungspokers“ kann es zum krönenden Detail vor einen langfristigen Zusammenarbeit werden….und vom Budget für „public relations“ absorbiert ist es sogar als ein Investment mit mit einer hohen „rate of return“ aufzufassen.

    • jo, so um die achtzig bis hundert tacos! Dafür braucht man aber nicht im Stehen essen, hihi. Gibt aber noch ganz andere hochpreisigere Gastronomie hier – wie auch im De Effe.

  2. Das sieht alles sehr appetitlich aus.
    Was darf Mann (in Begleitung seiner Herzensdame ) denn für solch ein opulent-raffiniertes Abendessen rechnen? Wer weiss, vielleicht ergibt sich ja mal die Gelegenheit.

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