Sonnenuntergang in Puerto Peñasco

Mike und Irma on Mexiko Tour 2012 – Teil 2

Ein Reisebericht von Mike und Irma Pohl; Vallartina
Fotos: Mike Pohl, alle Rechte vorbehalten

Unsere nächste Route führte uns vom Norden der Baja California Halbinsel zurück auf das Festland. Ein Wechsel also von der Wüstenlandschaft der Baja und Sonoras hinein in den landwirtschaftlich orientierten Norden Mexikos und in die Berglandschaft der Sierra Occidental.

(Bitte Fotos zum Vergrössern anklicken)

Mit etwas Verspätung fuhren wir von Ensenada durch das berühmte Weintal Valle de Guadalupe.

Valle de Guadalupe

Wenn man schon im grössten Weingebiet Mexikos ist, muss man natürlich auch eine Weinprobe absolvieren, ist doch klar. Wo sind die Bodegas??? Die gesamte Gegend hier ist in der Nebensaison ziemlich ruhig, beinahe verschlafen. Die Beschilderung an den Strassen nicht gerade üppig. Nach einigem Herumfahren, wir sind beinahe durch das Tal hindurch, sichten wir doch noch ein Hinweisschild „La Cetto“, laut meinem Strassenplan der letzte Winzerbetrieb im Tal. Doch wir wollten Wein! Also über Nebenstrassen und unbefestigte Strassen wieder zurück bis wir auf  Château Camou stossen. Wir hätten es uns ersparen sollen: im Schnelldurchgang wird in 15 Minuten über den Betrieb und ihre Rebsorten berichtet, eine Führung bekamen wir nicht, in drei kleinen billigen Bechern die eher Senfgläser ähnelten, wurden uns drei Weine eingeschenkt. Wir überlegten gerade noch, wie lange der Wein in den offenen Flaschen schon herumstand, da war auch alles schon wieder vorbei. 10 USDollar pro Person war diese Vorstellung nicht wert!

Richtung Tecate

Nach Tecate (bekannt auch durch seine Brauerei und das Tecate-Bier) sind es noch 80 km, also rauf auf die Maschine, durch eine Berglandschaft à la Schweiz gebrettert – toller Streckenabschnitt!

Mexicali stand als erstes Etappenziel auf dem Programm und um von Tecate nach Mexicali zu kommen, muss erst die legendäre Rumorosa bewältigt werden: ¡¡¡Hijole!!! Eine 25 km lange Strecke durch unglaubliche Felsformationen  immer bergab, haarsträubende Haarnadelkurven an steil abfallenden Berghängen, enorme Felsquadern wie von Riesen übereinandergestapelt,  eine unwirkliche, gewaltige  Landschaft wie auf dem Mars! La Rumorosa ist berüchtigt für schwere Verkehrs-Unfälle, und nicht zuletzt oder folglich, für wahnsinnige Trucker, die sich in diesem höchst gefährlichen Abschnitt LKW-Rennen liefern! Während wir gerade auf einer Aussichtsplattform fotografierten, „flogen“ buchstäblich zwei Trucks Seite an Seite vorbei!

La Rumorosa – 25 km schwierigster Strecke bergab

la famosa Rumorosa zwischen Tecate und Mexicali

La Rumorosa

Wir durchfuhren Mexicali nach San Luis Rio Colorado, eine Grenzstadt zu Arizona und California, USA, sowie der Baja California und am Rande der Sonora Wüste im Mündungsgebiet des Colorado Rivers gelegen. Eine reine Industrie- und Hafenstadt,  hässlich, aber wir wollen hier ja nur übernachten, etwas ausruhen nach einem langen, heissen und stressigen  Tag. Wir übernachten im San Angel, ein typisches Geschäfts- bzw. Durchreisehotel aber mit bestens funktionierenden Klimaanlagen, Pool und Parkplatz. Abends gehen wir im Ort essen und erst da fällt uns sehr unangenehm die gleissende Beleuchtung der Mauer „de las Americas“, des massiven Grenzzaunes der USA zu Mexiko auf. Eine Mauer wie früher zwischen DDR/BRD!

Zwischenstop in San Luis Río Colorado

Puerto Peñasco wird am nächsten Morgen angesteuert, weitere 250 km mitten durch die Wüste und wieder an die Küste des Golfs von Kalifornien sind abzureiten.

Die Wüste und wir

Wir steigen für diesen Tag in Rocky Point in einem etwas betagten Hotel ab. Zu heiss, um in der Stadt herumzulaufen, relaxen wir nachmittags am Pool, einige Micheladas erfrischen uns,  machen Lust auf  Mariscos (Meeresfrüchte) zum Abendessen.

Für den nächsten Tag hat uns ein alter Freund, Erick,  in das Mayan Palace Resort eingeladen. Das Mayan Palace liegt mehr oder weniger in der Wüste am Mar Cortez, etwas ausserhalb von Puerto Peñasco, nur die Wüste wurde hier in eine Oase an Garten- und Golflandschaft verwandelt, eine herrliche Ferienanlage mit allen Einrichtungen die das Herz begehrt. Wir bekommen eine Suite wie für Könige und faulenzen einen ganzen Tag lang. Abends gönne ich mir im fantastischen Spa des Hotels eine Massage. Herrlich, das brauchte ich, denn auf diesem Trip habe ich reichlich Schmerzen im Nacken!

Mayan Palace Resort La Jolla

Mayan Palace Puerto Peñasco

Und da Muttertag war, musste ich natürlich „die Chefin“ hochleben lassen bei einem ausgesprochenen Schlemmer-Dinner. Unsere Kids Tatis und Olo melden sich bei uns, zuhause alles klar und wir überlegen noch eine Nacht länger zu bleiben, entschliessen uns aber trotz allem weiter zu fahren.

Hermosillo erreichen wir tags darauf nach einer 400 km Strecke.  Die Wüste haben wir hinter uns gelassen, vor uns liegt ausgedehntes Farmland, Rinder-Ranches. Hermosillo ist der Fleischlieferant für Mexiko. Klar, dass man dort mit besten, riesigen Steaks auf dem Teller konfrontiert wird! Ein guter Rotwein dazu und die Welt ist so was von in Ordnung! Diese Stärkung konnten wir am nächsten Tag gut gebrauchen denn  unser Weg führt uns hinauf in die Sierra Madre Occidental

  

Wir verlassen Sonora und fahren nach Chihuahua, in den Nationalpark  von Basaseachi 400 km beste Bergstrecke, eine unserer schönsten Streckenabschnitte, ideales  Wetter für eine Bike-Tour bergauf! Die BMW fliegt nur so durch die Berge. Auf halbem „Aufstieg“ ist Pause angesagt: das Töfli braucht Benzin, wir etwas zu futtern und auch wir haben Durst. Am späten Nachmittag erreichen wir auf 2500 Metern ü.M. Basaseachi, müde, aber happy, es war eine tolle Fahrt, ein guter Tag. Im Basaseachi Naturpark gibt es den zweithöchsten Wasserfall Mexikos zu besichtigen, 246 Meter rauscht das Wasser über die Felskanten in den 1737 Meter tiefen Candameña Canyon.

Da wir vor drei Jahren bereits die Gegend bereisten und uns die Wasserfälle bei einem Zugtrip durch den Kupfer-Canyon anschauten,  legen wir ganz einfach in unserer Holzhütte die Beine hoch. Hier ist nichts mit feinem Hotel, rustikal ist angesagt, also Holzhütte und Pizza, Dominospielen und Musik hören, schlafen. Auch gut.

Naturpark Basaseachi

fehlt nur noch der Schnee

Hüttenzauber in der Sierra

winterfest!

Zeitig am nächsten Morgen verlassen wir unser „Camp“ und brechen nach Cuauhtémoc auf. Etwas ausserhalb der Ortschaft halten wir an einem  netten Restaurant zum Mittagessen. Es ist Sonntag, die Wirtschaft ist proppenvoll und im ersten Augenblick stutzen wir, denken wir sind in Deutschland: nur blonde, blauäugige Gäste! Alle blond, einzig meine Frau nicht, wir fallen direkt auf! In der Gegend um Cuauhtémoc haben sich vor Generationen Mennoniten angesiedelt, rund 50.000 sollen heute in diesem Gebiet leben. Ja, kann ich bestätigen.

Hidalgo del Parral

Nach dem Mittagessen düsen wir weiter, durchqueren breite Landstriche satten Weidelandes, nach Hidalgo del Parral. Zeitgeschichte war angesagt, denn Hidalgo ist ein Schlüsselort der mexikanischen Revolution und wir schauten uns natürlich den historischen Platz an auf dem Pancho Villa 1923 in seinem schwarzen Dodge ermordet wurde.

Nach soviel History hat man Durst und Hunger und wir landeten prompt in einem Eiscafé der Sonderklasse: 80 Sorten Eis, göttliche Präsentation, lecker! Jeder italienische Eismacher würde glatt vor Neid platzen! (persönliche Anmerkung von Vallartina: Liebe Leser-innen, wenn ihr eine ausgezeichnete Gelateria in eurem Ort habt, lasst doch dort mal die Bemerkung fallen, dass es in ganz Mexiko, vor allem in Vallarta an super-duper Eiscafés a la italiana mangelt!!!)

Nächster Stopp: Cowboy-Landia  im Teil 3

Noch ein paar Fotos:

Captain Mo

La Irma!


15 Kommentare zu “Mike und Irma on Mexiko Tour 2012 – Teil 2

  1. Pingback: Vom Pazifik über das Rückgrat des Teufels in die Sierra Gorda Teil 1 | toeflimike

  2. Pingback: Mike und Irma on Mexiko Tour 2012 | toeflimike

    • Herzlich willkommen auf meinen Seiten, Doris. Gerade habe ich Dein beeindruckendes Blog http://abenteueramerikas.de/ etwas durchgestöbert. Respekt! Hut ab! Solche Reisen wie Du sie unternimmst sind fantastisch! Ich werde Deine Seiten gerne hier verlinken, schliesslich will ich ja auch gerne wissen, was Du alles unterwegs erlebst!
      Beste Grüsse aus Mexiko!

  3. Es macht richtig Spaß, mit euch (virtuell) durch das Land zu cruisen. Die Hütten im Naturpark Basaseachi haben mich sogleich an den Yosemite-Nationalpark erinnert, das wir dort in fast identischen Hütten übernachtet haben ( ebenfalls ohne Schnee…smile*). Wieder ein toller, sehr interessanter Reisebericht, sehr schön geschrieben und mit stimmungsvollen Fotos versehen. Hoffentlich kommen noch mehr Fortsetzungen!
    LG vcon Rosie

  4. Pingback: Mike und Irma on Mexiko Tour 2012 | Que Onda?

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