6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 4

Mein erster Besuch in Puebla,  kannte mich in der Stadt nicht gut aus, aber wir fanden schnell ein geeignetes Hotel direkt am Zocalo.

Wir haben in unserem Restaurant in Puerto Vallarta stets deutsche Gäste, die in Puebla bei VW oder den Zulieferfirmen arbeiten. Sie empfahlen uns immer,  bei einem Besuch in Puebla unbedingt zum Essen in den ‚Scharzen Adler‘ zu gehen. Machten wir natürlich: sehr gutes Essen! Empfehlenswert. (Leider keine Internet-Links verfügbar)

Das Zentrum in Puebla ist eine Besichtigung wert.

Rathaus, Casa de la Cultura, die Bibliothek und Kathedrale sind hervorragend restauriert. Prächtig!

Ab dem 22. Mai stand Familienbesuch an: Wir brachten auch die strecke von Puebla nach Jilotepec im Edo. De Mexico problemlos hinter uns. Allerdings waren wir auch auf diesem Abschnitt froh, unsere Jacken dabei zu haben. Auf der neuen Schnellstrasse Arco del Norte umfährt man zügig Mexico City.

Normalerweise hat Schwiegermama für Tage vorgekocht wenn wir kommen, diesmal aber werden wir vom Schwager empfangen, denn Mama macht Urlaub in unserem Haus in Puerto Vallarta!

Ruben ist ebenfalls ein alter Harley-Schrauber und wir hatten ihn schon avisiert, dass die Hinterradbremse ziemlich am Ende sei.

Ruben hat sich schon mit Harley-Davidson  in Querétaro in Verbindung gesetzt, am nächsten Tag vormittags soll ich mein Töfli vorbeischieben,  Ruben steigt auch auf seine Sportster, er will das Vorderrad bei seiner Maschine auswuchten lassen.

Also um 8 Uhr morgens warfen wir an, über die Schnellstrasse geht es flott nach Querretaro und standen kurz nach 10 Uhr vor der Harley Niederlassung. Hombre! Jedem Schrauberprinz geht hier das Herz auf! Die Werkstatt hochganzpoliert, man könnte  vom Fussboden essen! Alles war organisiert, perfekter Service, 6 Mechaniker sind am Arbeiten. Nur 45 Minuten später stehen beide Maschinen 1-A-mit Stern zur Weiterfahrt bereit, und das auch noch zu sehr anständigem Preis, beides zusammen unter tausend Dollar. Ehrlich gesagt, hätte mir mehr Wartezeit gar nichts ausgemacht, aber meine Irma war inzwischen drauf und dran, den Harley-Shop leer zu kaufen! Kein Wunder, dies ist der schönste, beste Verkaufsraum, genauso wie die Werkstatt, in ganz Mexiko! Trotzdem musste ich meine Frau hier schnellstens hinaus komplimentieren.

Maschinen wieder flott, Ruben folgt uns auf seiner Sportster die Landstrasse entlang nach Iraputo, La Piedad und schliesslich nach Atotonilco

Dieser Ort ist mir im Lauf der letzten Jahre ans Herz gewachsen. Hier gibt es erstklassige Käsereien und hier sitzen die grössten Tequila-Fabrikanten Mexikos. Hier hat man mir Tequila trinken beigebracht, ich lerne noch immer fleissig!

Zunächst besuchen wir Charly, ein alter Kumpel, den ich vor mehr als 21 Jahren in Puerto Escondido traf. Charly ist Schweizer, er betreibt ein Restaurant mit Ferienbungalows etwas ausserhalb Atotonilcos.

Mit Charly wartet auch Ponco, der Inhaber von ‚Tequila Quiote‘  auf uns.  Ein gemütlicher Nachmittag sollte es werden, er endete gegen 2 Uhr morgens als wir nach Musik aus den 80ern noch versuchen wollten, zu Takten von Dire Straits zu tanzen, aber irgendwie….    Jedenfalls war’s eine geile Sause!

Am nächsten Morgen hing der Kater noch schwer über dem Haupt, etwas Erholung war angesagt, denn die nächsten Freunde, Ellis und Tere aus Guadalajara werden  zu uns stossen, und wie dann der Abend enden wird, naja, klar! Also, wer mal Richtung Atotonilco unterwegs ist, schaue ruhig mal bei Charly rein!

Der 28. Mai, Barca-ManU, das Champions-Finale konnten wir natürlich nicht verpassen, fuhren deshalb nach einem aufbauenden Frühstück,  zügig in 1,5 Stunden  mit Ellis und Tere nach   Guadalajara   und gleich vor den Fernseher.  Das Ergebnis ist bekannt, und wir machten uns – dank der Zeitverschiebung – nach einer kurzen Siesta am Nachmittag auf, die Altstadt Guadalajaras zu checken. Wir landeten in der cantina „La bicicleta“ (das Fahrrad).  Zu diesem Namen kam die Cantina so: Vor rund 50 Jahren hatte dort ein Gast seine Zeche nicht bezahlen können, sein Fahrrad liess er als Pfand dort stehen. Und eben dieses Rad hängt heute noch immer über der Bar. Die Bicicleta ist ein Musiker-Treff, Gratis-Konzerte und Gigs sind an der Tagesordnung.  Hier gibt es nichts zu Essen, dafür ist man trotzdem immer gut drauf!

Am 29. Mai schwingen wir uns zu unserer letzten Etappe auf die Harley. Von Guadalajara aus in 5 Stunden durch die Westliche Sierra Madre nach Mascota

und back home Vallarta!

Endlich wieder zuhause! Sagt Irma. Ich wäre am liebsten weitergefahren, aber die Arbeit, sie ruft.  Schwiegermama hat massiv gekocht, schön wieder in unserem eigenen Heim abzusatteln und sich an den gedeckten Tisch zu setzen.

Auch unser Töfli scheint durchzuatmen, 6400 Kilometer durch verschiedene Klimazonen, bergauf, bergab: Gutes Teil! Wollte nur etwas Sprit und einen Viertelliter Öl!

Und hier die Karte mit unsere kompletten Bike-Tour 2011

Die folgenden  Tage waren eigentlich der härteste, oder besser gesagt, der nervigste Teil der ganzen Reise: die unzähligen Fragen der Freunde, Bekannten und unserer Kunden nach der so viel zitierten „Sicherheit“ in Mexico zu beantworten!

Dabei ist es doch ganz einfach! Wir legten  also in 4 Wochen satte 6400 Kilometer zurück,  durchfuhren 15 der 32 Bundesstaaten Mexikos:   Jalisco, Colima, Michoacan, Guerrero, Oaxaca, Chiapas, Campeche, Quintana Roo, Yucatan, Tabasco, Veracruz, Puebla, Edo. De Mexico, Queretaro und Guanajato . Wir befuhren  Autobahnen als auch Land- und Nebenstrassen  in dicht besiedelten und ziemlich einsamen Gegenden, wir durchfuhren grosse Städte und kleine Dörfer, wir übernachteten in kleinen und mittleren Hotels in Stadtzentren oder in abgelegenen Ortschaften.

Es gab keinerlei Zwischenfälle welche uns in irgendeiner Art beeinträchtigt, nachdenklich oder gar  ängstlich gemacht  hätten. Wir wurden nicht überfallen, nicht beraubt, unser Töfli wurde nicht geklaut. Wir passierten ein paar wenige Polizei- und Militärkontrollen: die Jungs der Policía Federal und der Policía Estatal taten ihren Dienst, sie müssen nach illegalen Transporten Ausschau halten, das tun sie und sind ansonsten freundlich zu uns Normalbürgern und Touristen.

Die Menschen, die wir in den verschiedenen Stationen  unserer Reise getroffen und gesprochen haben waren durchwegs sehr freundlich, herzlich, aufgeschlossen und hilfsbereit.

Seit 29 Jahren lebe ich in Mexiko an verschiedenen Orten. Ich bin viel durch’s Land gereist und ich kann nur Positives berichten. Die Situation in den Grenzstädten und entlang der endlosen Mauer zu den USA ist ein ganz anders Kapitel. Dort findet der Kampf um die Lieferung zu den Grossabnehmern nördlich dieser irren Mauer statt.

Mexiko, das ist für mich mein Platz, meine Heimat. Da ist meine Familie, hier findet mein Leben statt, und hier fühlen sich auch meine Gäste wohl.

Kommt nach Mexiko, nach Puerto Vallarta, ins Paradies!

Und wer diesen Bericht gelesen hat, und nach Puerto Vallarta kommt, soll sich gerne bei mir in der Hacienda Alemana   in der Altstadt Vallartas auf ein gemütliches, kühles Bierchen vom Fass melden. Irma und ich würden uns freuen!

Euer Mike Pohl

Teil 1 

Teil 2

Teil 3

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15 Kommentare zu “6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 4

  1. Pingback: 6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 3 « Que Onda?

  2. Das ist wirklich ein toller und stimmungsvoller Reisebericht – ich habe alle Folgen gelesen! Es war sehr spannend, zu erfahren, wie ihr die 6.400 km lange, abenteuerliche und abwechslungsreich Route gemeistert habt und es ist toll, dass keinerlei Zwischenfälle zu beklagen waren.
    Vielen Dank fürs virtuelle Mitnehmen…
    LG von Rosie

    • Danke Rosie, für die Komplimente, werde sie gerne an die beiden Biker, Mike und Irma, weiterleiten – ich habe die beiden ebenfalls ‘virtuell’ und beim Edit dieses Berichts begleitet – und ich bin NEIDISCH!!!! auf die beiden (obwohl ich nicht weiss, ob mein Allerwertester dies ausgehalten hätte)
      GLG

  3. Pingback: 6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 2 « Que Onda?

  4. Pingback: 6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 1 « Que Onda?

  5. Hallo Mike und Irma,
    super Tour, die ihr gemacht habt. Mexiko ist schon ein tolles Land. Hat uns auch wieder auf den Schrauber-Geschmack gebracht und wir haben uns vor 2 Wochen eine alte BMW R 100 GS gekauft. Steht leider in Heidelberg, doch irgendwann kriegen wir die Gelegenheit einen Trip damit zu machen. War ein Schnäppchen von unserem amerikan. Freund und da konnten wir nicht nein sagen.
    Wir melden uns wieder per mail.
    Alles Gute und herzliche Grüße aus Fidschi
    Annick und Michael

    • Hallo ihr beiden Weltensegler!
      ja, das wollte ich schon seit Jahren machen, aber immer kam was dazwischen. Der naechste Trip geht durch den Kupfercañon. Bin schon eine BMW am suchen. Wie gehts auf dem Luxuskahn???? Hoffentlich gewoehnste dich nicht dran. Das wird eng wenn du auf dein eigenes Boot zurueck kommst. Wuensch euch alles gute
      Mike

  6. Das liest sich alles sehr abenteurlich, auch sehr fröhlich und gemütlich. Lebensart pur.
    Wunderschön.
    Bist du das auf dem 1. Foto?? Sehr hübsch!!

    GLG Marianne ♥

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