6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 2

Seit wir vor 5 Tagen die Harley, unser Töfli, gesattelt hatten, waren wir südlich auf dem Highway 200 immer am Pazifik entlang gedüst. Die Maschine lief völlig problemlos, unterwegs keinerlei Probleme, das Wetter war optimal, wir waren gut drauf! Nun sollte es also landeinwärts grössere Strecken geben, einiges an Berghängen war zu bewältigen.

Interessante Orte und empfehlenswerte Hotels haben wir wieder als Link hinterlegt, manche der Städte oder Sehenswürdigkeiten sind es absolut wert, mehr darüber zu schreiben, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

Am 8. Mai wurde früh morgens die Maschine kurz  durch gecheckt, vor uns lag der bisher längste Tourabschnitt: es ging über  Tuxtla Gutierrez   nach Chiapa de Corzo. Chiapa de Corzo präsentiert sich als schmucke Kolonialstadt, hat aber eine viel längere Geschichte, die weit vor der spanischen Konquista begann, archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung des heutigen Stadtkerns bereits um 1400 v.C. schliessen.

Auf dieser Strecke ändert sich die Vegetation allmählich von tropischer Vegetation an der Küste hin zu den Pflanzen der Sierra, des Berglandes.  Wir kamen am frühen Abend an, fanden ein hübsches Hotel, La Ceiba, sogar mit Spitzenparkplatz für unser Töfli. Der Hunger trieb uns ins Ortszentrum, super Essen und ein paar Bier und ein Tequila liessen einen weiteren Tag  sehr angenehm ausklingen.

Chiapa de Corzo stand aus einem ganz bestimmten Grund auf unserer Tour-Planung: der Ort liegt am Eingang zum Sumidero. Der Cañon del Sumidero ist ein Cañon mit bis zu tausend Metern aufragenden beachtlichen Felsformationen. Hier liegt auch der grösste Stausee Mexikos, der Chicoasén.

Also, am nächsten Morgen zeitig mit dem Boot den Sumidero runter bis zur Staumauer, die beeindruckende 210 Meter ausweist. Diese Bootstour muss man gemacht haben, es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, dort unten in der Schlucht, die extrem abfallenden Felswände mit teilweise unerschlossenen Höhlen, der Anblick ist überwältigend. Die Fahrt hin und zurück sind immerhin 60 km. Hier die offizielle Seite des Nationalparks Sumidero, wenn auch in Spanisch, so bietet sie doch die besten Fotos in der ‚Galeria‘ und unter ‚Videos‘ – Schönheit braucht keine Sprache!

(Bilder zum Vergrössern bitte anklicken)

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Aber es gibt noch so viel mehr zu erkunden. Unser nächstes Ziel war San Cristobal de las Casas

Auf der Hinfahrt meinten wir durch eine Alpenlandschaft zu fahren . Kurze, herrliche 80 km Strecke, angenehm kühl im Vergleich zu den tropischen Temperaturen auf unseren Pazifik-Abschnitten, Bäume, Planzen wie in Garmisch! Bevor wir nach San Cristobal einfahren, machen wir noch einen Abstecher in San Juan Chamula.

Vor Jahren war ich schon mal dort, es hat sich nichts geändert, also auf nach San Cristobal. Auf Anhieb stach uns ein schönes, altes Gebäude ins Auge, das Hotel Hacienda Morales Rústico.   Sehr angenehmes Haus, gemütlich, empfehlenswert!

Am Abend machten wir einen Spaziergang durch die Altstadt. Seit ich San Cristobal vor 20 Jahren besuchte, hat sich die Stadt noch immer ihren alten Charme bewahrt, eine neue attraktive Fussgängerzone mit guten Restaurants runden jetzt das Stadtbild ab.

10. Mai – Kultur stand auf dem Programm!

Schon um 8 Uhr morgens warfen wir die Harley wieder an, noch ein Stück durch die Berge, Nadelholz-Wälder, kleine Ansiedlungen. Die Strassenverhältnisse sind gut, jedoch nahmen uns Bauern die Sicht: sie brannten ihre abgeernteten Felder ab. Zunächst fuhren wir zu den Cascadas Misol Ha

Chiapas hat wirklich was zu bieten! Wir also nix wie rein in die Badeklamotten und im erfrischenden kleinen See zum Wasserfall geschwommen. Klasse! Es gibt dort auch ein kleines Gasthaus, serviert anständiges Mittagessen. Gut gestärkt fuhren wir weiter nach Palenque.

Schnell fanden wir ein Zimmer im Hotel Aldea

mitten in dschungelartiger Umgebung. Alles passte, schönes Zimmer, schöner Pool und Garten. Wir warfen nur schnell unsere Klamotten ins Zimmer und ab zu den Maya-Tempeln. Die Stätten sind allesamt gut gepflegt, alles präsentiert sich gut organisiert.

Es war ein heisser Tag, nach einer flotten Besichtigung wollten wir noch nur zurück in unser Hotel, in den Pool. Über Palenque brauche ich hier nicht weiter schreiben, ist ja weithin bekannt und es gibt reichlich Seiten darüber.

Ausgeschlafen und mit einem kräftigen mexikanischen Frühstück versorgt führte uns unsere Route durch Escarsega nach Chetumal. Die neu ebaute Strasse von Escarsega nach Chetumal ist wirklich super. Am späteren Nachmittag erreichten wir die Laguna de Bacalar.   Das besondere an dieser Lagune ist, dass ihr Wasser wirklich 6 verschiedene Blautöne aufweist, fantastisch. Da wollen wir bleiben, in einer Hütte direkt an der Laguna. Angenehm gefaulenzt, geschwommen, lokales, authentisches Nachtessen, kühles Bierchen, perfekt!

Noch ein Trip am 12. Mai, nach Puerto Morelos, zu unseren Freunden Norma und Chuck, bei denen wir ganze vier Tage verbringen werden. Und gut, dass wir einen Aufenthalt eingeplant hatten, denn unser Hinterreifen machte schlapp, das Töfli muss in die Werkstatt.

Bis hier haben wir 3200 km zurückgelegt.

Halbzeit einer langen, aber interessanten Reise auf zwei Rädern durch das Mexiko, das uns so gut gefällt, die Heimat meiner Frau, meine Wahlheimat seit 29 Jahren. Fortsetzung folgt.

Wer den ersten Teil verpasst hat, findet ihn hier

und weiter mit Teil 3 und Teil 4

Alle Fotos von Mike und Irma Pohl, Vervielfältigung nur mit Genehmigung.

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21 Kommentare zu “6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 2

  1. Pingback: 6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 4 « Que Onda?

  2. Pingback: 6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 3 « Que Onda?

    • Danke Antje.
      Kannst du mir bitte sagen, in welchem Textabschnitt Bilder nicht geladen werden? Ich sehe alle komplett, würde aber natürlich versuchen, die fehlenden Fotos neu zu laden. Danke für Deine Hilfe.

      • hi tina, jeweils nach den unten aufgführten artikeln ist der platz vom foto leer.
        liebe grüße,
        antje

        “Auf der Hinfahrt meinten wir durch eine Alpenlandschaft zu fahren . Kurze, herrliche 80 km Strecke, angenehm kühl im Vergleich zu den tropischen Temperaturen auf unseren Pazifik-Abschnitten, Bäume, Planzen wie in Garmisch! Bevor wir nach San Cristobal einfahren, machen wir noch einen Abstecher in San Juan Chamula.”

        “Schon um 8 Uhr morgens warfen wir die Harley wieder an, noch ein Stück durch die Berge, Nadelholz-Wälder, kleine Ansiedlungen. Die Strassenverhältnisse sind gut, jedoch nahmen uns Bauern die Sicht: sie brannten ihre abgeernteten Felder ab. Zunächst fuhren wir zu den Cascadas Misol Ha”

  3. Tat dir der Po nicht weh?

    Jedenfalls eine absolut ergreifende Geschichte. Die Bilder kann ich hier leider nicht sehen, das hole ich heute abend nach. Aber wirklich richtig gut geschrieben. Ich war dabei. Danke fürs Mitnehmen!

    Viele liebe Grüße!!

  4. Pingback: 6400 km Harley Davidson Ride

  5. Hallo Tina,
    eine wirklich beeindruckende Fahrt von Euch. Es liest sich als wäre man selbst mit dabei gewesen. Bis schon auf Teil 3 gespannt.

    Gruß aus Paraguay
    Pegasus

    • Also, wir wollen ja nun wirklich PY nicht schlecht machen, wissend, dass Deine Wahlheimat unglaublich viele Reize hat! Aber, Mexiko hat schon wirklich was zu bieten!!! Danke für Deine Rückmeldung, alles Gute für Deine Bauvorhaben! Wir lesen uns wieder – Teil 3 ist in Bearbeitung, alter Biker! lol!
      Aber hör mal: stelle doch mal eine deftige Route für PY zusammen, Asunción-Encarnación-Guaría-Lagerenza-Chaco oder so. Wäre doch was reizvolles, nicht!
      GLG

  6. Pingback: 6400 km Harley-Davidson-Ride durch Zentral- und Süd-Mexiko Teil 1 « Que Onda?

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